Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Abraham ibn Esra zu Ex 25, 10 und Jesaja 57, 9
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 12)
- Language
- German
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Abraham ibn Esra zu Ex 25!,, und Jesaja 57, 139 er darum die Erklärung dem Samuel ha-Nagid zugeschrieben habe1. Die Textesstelle dürfte dann also so gelautet haben: וייאמר ר׳ שמואל הנגיד הספ רי ז״ל. Dieser Irrtum war um so leichter möglich, weil ja iE., wie bereits erwähnt, schon im Kommentar zu Num 227 von einer ähnlichen Erklärung Samuels berichtete, die er allerdings entschiedenst ablehnte, sie aber im Gedächtnisirrtum auch auf das Wort ,,השורה“ ausdehnte. Es ist auch nicht ausgeschlossen, der Zeit nach wäre es ja immerhin möglich2, daß iE. infolge einer mißverständlichen Auffassung der Stelle im Kommentar ibn Bal'äms zu Num 227 irregeführt worden sei und auch für ,,תשורה“ eine ähnliche Erklärung wie für ,,קסמים“, dem Nagid zugesprochen habe. Da aber ein späterer gelehrter Abschreiber eine solche Erklärung für das Wort ,,תשורה“ in den Schriften Samuels nicht gefunden hat3, dürfte er das richtige ,,מנחם“ eingesetzt haben,!vobei das Wort ,,הנגיד“ stehen geblieben ist. Das Wort ,,מנחם“ ist dann von einem späteren Abschreiber in ,,משה“ verschlimmbessert worden. Tatsache aber bleibt, daß Menahen! der erste gewesen ist, der diese Erklärung von ,,,תשורר“ gegeben hat. Wir werden darum den Namen Möseh ha-Nagid auch weiterhin aus der Literaturgeschickte zu streichen haben, wie denn nicht minder diese von Poznanski dem ibn Chiquitilla zugeschriebene Stelle in seinem Buche zu streichen sein wird. Zun! Schlüsse möchte ich nur noch bemerken, daß auch bei den neueren Exegeten keine Einigkeit über den Ursprung der Wörter ,,ותשורי“ und ,,תשורה“ herrscht. So erklären z. B. T. K. Cheyne, Introduction to the book of Jesaia4 und Marti5 das Wort ,,ותשורה“, ähnlich wie Symmachus [Vulgata], indem sie ותסכי gelesen haben [IV], während Orelli6 und Duhn!7 es mit ibn Ganäh von I [3] ableiten. 1 Zu beachten ist auf jeden Fall, daß er auch Samuel ha-Nagid stets das Gentilicium הספריי beifügt, vgl. Num 227. 2 Bacher, iEG. 186. 3 In Betracht kommen das / und das noch angezweifelte Buch über metaphorische und allegorische Bibelauslegung, vgl. ALd J., 129 f. 4 London 1895, z. St.. 5 HKzAT., z. St. 6 Bei Strack, Kurzgef. Kommentar zu Jesaia, München 1891, S. 195, z. St. 7 Nowacks HKzAT., Göttingen 1892, S. 401, z. St.