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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 2 · p. Seite 127

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 2
Article
Zur jüdisch-persischen Literatur der jüngsten Zeit
Date
1933-01-01
Page
Seite 127 (sequence 15)
Language
German
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Zur jüdisch-persischen Literatur der jüngsten Zeit 127 aus Jesaja und den Psalmen (S. 50), lassen in diesem persischen Zionismus eine stark messianische oder pseudomessianische Ein״ Stellung erkennen, wie sie ja überhaupt bei der orientalischen Judenheit besonders ausgeprägt ist. 24. Dies kommt auch zum Ausdruck in dem Namen der jüdischen Zeitung, die dieser Kreis herausgab, in ״Hageulaa, deren erste Nummer im Dezember 1920 (20. Tebeth) erschienen ist und als deren Herausgeber wieder dieser Asis Allah ben Naim zeichnete. Die zwei ersten Nummern, die allein mir vorliegen, informieren über die Ereignisse in der Welt judenheit und des palästinensischen Jischuw insbesondere, und bringen u. a. Aufsätze über Moses Mendelsohn und über Woodrow Wilson. Die Zeitung mußte aus finanziellen Gründen ihr Erscheinen bald einstellen1. 25—27. Den Bestrebungen dieses Teheraner Kreises zur Wiederbelebung des jüdischen Selbstbewußtseins, der hebräischen Sprache und der Zionsliebe gehen parallel die Bemühungen des Teheraner Lehrers und Rabbiners (Mulla) Chajim More, die auf eine Wiederbelebung der jüdischen Traditio ns- und K u 11 u r w e r t e unter den persischen Juden hinzielen. Drei umfassende enzyklopädieartige Werke in Jüdisch-persisch wurden zu diesem Zweck von Chajim More verfaßt: Sefer De rech Chajim, gedr. Teheran 1921 (292), 45 S.); Sefer Gedulath M o r d e c h a i, gedr. Teheran 1924 (490 S.).; Sefer Jede Elijah u , gedr. Teheran 1927 (672 S.). Mit Recht wird dieser Chajim More ,,le rabin le plus intelligent et le plus cultive de la Perse<f genannt. Auf den reichen Inhalt dieser drei Bücher und auf die kulturellen Entwicklungstendenzen in der persischen Judenheit überhaupt soll später ausführlich eingegangen werden. 1 Das jüdisch-persische Zeitungswesen verdient noch eine gründliche Untersuchung. Wie mir persische Freunde mitteilen, erschien in Teheran auch vorübergehend eine Zeitung ״Schalom“ und eine ,,Chajim“ betitelt, die letzte fast ausschließlich in persischer Sprache und Schrift. In Buchara erschien von 1910—1914 eine jüdisch-persische Wochenschrift ,,Rachamim“, von R. Galibof ediert, und in Samarkand die Zeitung ״Roschnai“. In den meisten der heute für Juden in den asiatischen Sowjetstaaten (Uzbekistan) bestimmten Publikationen (Lehrbücher, Pamphlets, Zeitungen etc.) hat die hebräische Schrift dem Prozeß der Latinisierung weichen müssen.

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