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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 2 · p. Seite 99

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 2
Article
Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
Date
1933-01-01
Page
Seite 99 (sequence 16)
Language
German
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Ein Rechtsstreit um den Böden Palästinas im Altertum 99 logisch interessierten Prokop1, der — wie sein Geschichtsbericht wahrscheinlich macht2 — den Ort besuchte, diese Lokaltradition erzählt haben3. Dieser hat sie dann selbständig mit anderen phönicischen Gründungssagen harmonisiert und nach dem Muster ähnlicher urgeschichtlicher Exkurse bei den klassischen Historikern stilisiert4. Durch Prokop gelangte die Fabel ins Mittelalter, und noch heute leiten sich die marokkanischen Berber von den Kanaanäern her5 *. (Schluß folgt) 1 S. Dahn a. a. O. S. 08 f. und das Urteil Ed. Nordens (Germanische Urgeschichte usw. S. 411). 2 Vgl. hell. Vand. II 13. 3 So schon Movers II 2, 432 f. An der Zuverlässigkeit der Ideiitiiizierungen und Schrifterklärungen mythischer Säuleninschriften des Herakles und Dionysos in Indien zweifelte bekanntlich schon Strabon (III C. 171). Es genügt hier, an die legendären Aufschriften auf den Säulen der orientalischen Weltherrscher Sesostris und Sardanapal oder an die römische Inschrift einer Statue am Tiber zu erinnern, welche die Christen ,,Simoni Deo sancto“ lasen und auf Simon Magus bezogen (Justin Apol. 26. 56), während der im 16. Jhdt. wiedergefundene Sockel zeigte, daß ihre Aufschrift ,,Semoni sanco Deo“ lautete und einer sabinischen Gottheit gewidmet war (vgl. Protest. Realencyclopädie s. v. Simon Magus). Malalas (Buch III S. 65/66 ed. Dindorf) w7eiß von einem uralten Stein im Tempel von Memphis aus der Zeit Mosis zu erzählen, auf dem ein Orakel über den Judengott ,,bis zur Gegenwart“ zu lesen war. (Über andere legendäre Inschriften s. Malalas VIS. 161,20. X S. 232). Die altägyptischen Schrift Zeichen werden von den Dragomanen von Memphis ebenso willkürlich gedeutet worden sein wie die phönicischen Buchstaben auf der Stele von Tigisis durch die Gewährsmänner des Prokop. 4 S. 0. S. 85 f. Prokop war strenger Klassizist. Trotzdem behält er in der Inschrift den ihm und seinen christüchen Lesern aus der LXX ge läufigen Bebraismus ctuo und die Namenform T/jaouc 6 xoü NaurJ bei־ 5 Über die Ursprungssagen der Berber s. Movers II 2, 434 f. und Meitzer a. a. O. I 59. Der armenische Historiker Moses von Chorene (s. VIII) I 19 verwandte die Prokopsche Kanaanäerlegende in der phantastischen Urgeschichte seines Volkes (s. Carriere, Nouvelles sources de Mofse de Khoren, 1893), um einem vornehmen armenischen Adelsgeschlecht einen mythischen Stammbaum zu verschaffen.

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