Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neues zum Fremdenhaus der Synagoge
- Date
- 1933-01-01
- Page
- 81 (sequence 1)
- Language
- German
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Neues zum Fremdenhaus der Synagoge. Von S. Klein. Meine Ausführungen über das Fremdenhaus der Synagoge1 haben unmittelbar nach ihrem Erscheinen eine ebenso unerwartete wie willkommene Bestätigung durch einen in Stobi (der einstigen Hauptstadt von Macedonia, heute in Jugoslawien gelegen)2 gemachten Fund erhalten. Die Kenntnis des wichtigen archäologischen Fundes verdanke ich dem Ausgräber, Herrn Dr. Jozo Petroyic in Belgrad, der ,den Ausgrabungsbericht im VII. Band des serbischen archäologischen Anzeigers ״Starinar“ (1932) S. 81—86 (deutscher Auszug S. 135—136) veröffentlichte. ,,Es handelt sich um einen basilikaartigen Bau, an den im NW Wohnräume mit einem Peristyl und im SO Thermen angebaut sind. . . Vor der SW-Seite sind drei Gemächer.“ In einem der Gemächer fand man 170 kleine Kupfermünzen aus dem 5. Jahrhundert3 4. Der basilikaartige dreischiffige Bau ist von Petrovic. richtig als Synagoge erkannt worden*, die also nach dem gleichen Plan, wie die der gleichen Epoche angehörenden Synagogen Palästinas, speziell Galiläas, errichtet wurde. Die Therme ist natürlich das Quellbad der Gemeinde, wie solches z B. in Kafr Kenna bei Zippori (Sepphoris) mit der Synagoge in Verbindung stehend nachgewiesen wurde5. 1 MGrWJ 1932, S. 545—557, 603—604. — In ganz eigentümlicher Weise ist diese Abhandlung vom Herausgeber der Thora-Zeitschrift אוצר החיים IX Nr. 5 S. 68—73 ,,verwertet“ worden. Auf seine Einwände bezüglich ביזרה (vgl. MGWJ a. a. O. S. 552 § 9) hoffe ich noch zurückzukommen. s Vgl. Meyers Konv.-Lex., 19, s. v. 3 Nach dem in der vorigen Anmerkung angeführten Artikel wurde Stobt (auch Stoboi genannt) im Jahre 479 von den Ostgoten zerstört, was zu dem Münzenfund gut paßt. Der allgemeinen Zerstörung ist also auch dieser Bau anheimgefallen. 4 So im serbischen Bericht bei Bezeichnung der Pläne und Abbildungen. 5 Die Inschriften s. in meinem Jüd.-pal. Corpus Inscriptionum S. 74 f. (Nr. 4); ferner in (ידיעות המכון למרעי היהדות. (ידחמלים אב—תר״פה II S. 37. Nr. 15. Zur Sache vgl. Palm a n, Orte und Wege Jesu3, S. 119: ,,Dahinter führt eine Treppe in einen tieferliegenden Raum mit einer Zisterne. Der Gredanke an eine Synagoge mit dazugehörigem rituellem Bade liegt hier viel näher Monatsschrift, 17, Jahrgang