Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neuere Ansichten über "Toldoth Jeschu"
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 603 (sequence 18)
- Language
- German
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Neuere Ansichten über ״Toldoth Jeschu“ 603 entgegentreten mußte, denn am Ende haben auch die Gnostiker den Ghristennamen für sich in Anspruch genommen, und ihr ״Aufstieg zum Himmel“ mußte auf die angegebene Weise vereitelt werden. Im Kapitel ״Folkloristisches“ bespricht Heller (S. 39) ein Stück des T. J. (nur in ed. Huldreich, S. 53, was sehr zu betonen ist), dem er die Aufschrift ,,Der schönste Traum“ gibt. Ich war bestrebt, auch dafür die evangelische Quelle zu finden, und da es mir nicht gut gelang, schrieb ich: ,,Ergötzlich ist hiebei der Kniff des Judas Ischariotes, der schwerlich dem Kopfe des Toldoth-Autors entsprungen ist, vielmehr haben wir hierin ein Motiv der Folklore zu erblicken“ (Leben J. 163). Ich war also früher daran, als Heller, dieses Stück als Folklore zu erklären. Während ich jedoch, wie gesagt, an eine Herübemahme seitens des j. Autors denke, entsprechend meiner ganzen Beurteilung des T. J.-Stoffes, schreibt Heller: ,,Sowohl diese Fassung, in der Jesus und Petrus von Judas überlistet werden, sowie die arabische, in welcher der Jude über Muslim und Christ obsiegt, verraten j. Ursprung oder wenigstens j. Gestaltung des Stoffes.“ Die angedeutete arab. Fassung wolle man bei ihm selbst nachlesen; ich weiß jedoch nicht, warum er nicht den älteren Gaston Paris hat (s. in seiner Conference in der Societe des Etudes Juives 1884, wieder gedruckt in seinem La Poesie du Moyen Age, IT. Serie, 2. Aufl., Paris 1903, S. 159), und lieber den jüngeren R. B a s s e t anführt. In Wirklichkeit hat die Sache kaum was zu bedeuten, da sie, wie gesagt, nur in ed. Huldreich vorkommt und dieser Mann ganz unkontrollierbar ist. (Schluß folgt) Nachbemerkungen zu S. 545 ff. Von S. Klein1. 1. Man wäre vielleicht geneigt, in j. Pesahim I 1 (27b Z. 8—9) einen Beweis zu finden, daß in der Synagoge an Sabbattagen regelmäßig Mahlzeiten abgehalten wurden. R. Jirmejah fragt nämlich dort, ob Synagogen und Lehrhäuser: wegen חמ<ן untersucht werden müßten, da man an Sabbat- und Neumondstagen Gesäuertes in sie hineinträgt (שבו מכניסין, לשם בשבתות וגראשי חדשים). 1 Während des Druckes dieses Heftes eingetroffen;• Die Schriftleitung.