Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Ein französischer Dichter des 14. Jahrhunderts über Raschi
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 586 (sequence 10)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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586' Samuel Krauß die Erinnerung an den großen Gelehrten sich, wenn auch in verderbter Form, auch in christlichen Kreisen an der Stätte seines Wirkens lebendig erhalten hat; und die Tatsache, daß Jean seinen jüdischen Landsmann für den Autor des Talmuds hält, zeigt, daß sogar über das Sujet des wichtigsten unter Raschis Werken etwas im Volke umlief. Sonst erfährt man freilich nichts über Raschi aus diesen Versen (es sei denn, daß man sie dahin interpretieren wolle, die Tradition habe Raschi eine zerquetschte Nase gegeben); aber, obwohl natürlich scholastische Theologen einige jüdische Schriftstellemamen gekannt haben, so scheint mir doch, man wird lange suchen müssen, um überhaupt eine andere Stelle zu finden, aus der hervorgeht, daß auch die Persönlichkeit eines der Lehrer Israels in der Erinnerung des christlichen Volkes im Mittelalter irgendwie fortgelebt hat.. Neuere Ansichten über ״Toldoth Jeschü“. Von Samuel Krauß. Seitdem mein Buch ״Das Leben Jesu nach jüdischen Quellen'* (Berlin 1902) erschienen ist, sind genau 30 Jahre vergangen,, und es ist selbstverständlich, daß die Forschung auch seitdem nicht geruht hat. Trotzdem habe ich den Gegenstand seitdem nicht berührt — ein Beweis, daß ich nichts wesentliches zu ergänzen und auch meine Ansichten nicht zu revidieren habe. Mein Buch wurde in der Fachwissenschaft selten übergangen, und unter anderem wurde es auch von J. Klausner (Jesus von Nazareth, 1930) gebührend beachtet. Ich zitiere gleich dabei ein streng katholisches Werk: E. Jung, Die geschichtliche Persönlichkeit Jesu1, wo es unter ״Quellen“ (S. 36) heißt: ״Dem Mittelalter gehören eine Reihe von Erzählungen über das Leben Jesu än, welche unter dem Namen ״T o 1 d o t h Jesch u“ bekannt sind. Samuel Krauß vertritt in seinem Buche . . . den Standpunkt, daß das hebräische Geschichtswerk Josippon, welches auch von Jesu und von den Anfängen des Christentums berichtete2, 1.München 1924, Deutschland-Verlag. 2 Darüber s. weiter unten im Abschnitt ,,Ur-Josippon“.