Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Scheeltoth und Jelamdenu
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 575 (sequence 18)
- Language
- German
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Scheeltotli und Jelamdenu 575 Nachtrag: Halacha Erörterung. — In einer Anfrage Schemarja ben Elchanans an R. Scherira und R. Hai aus dem Jahre 1302 sei. 990 wird die agadische Ausführung Berachoth 3b unten als Halacha bezeichnet: כאד. מסכת ברכות מןקירואן ורלכה וו כתיבה בר בלשון הזה♦ ואחרי אחיתפל ירוידע בן בנירו וכר [Ozar ha-Geonim ed. Lewin I 5]. Za Schebua ha-ben. Von Jesajas Preß. Es sei mir gestattet, zu S. 465 ff. Berichtigungen und Ergänzungen bezüglich heutiger palästinischer Sitten nachzutragen. Bei den sephardischen Juden versammeln sich Verwandte, Freunde und Nachbarn jede Nacht der ,,Festwoche des Knaben" in der Wohnung der Wöchnerin, die zumeist aus einem Zimmer besteht, und verbringen die Nachtstunden bei Schmaus, fröhlicher Unterhaltung und Gesang, um die bösen Geister, die in der Nacht ihre Hand nach dem Neugeborenen ausstrecken, zu verscheuchen. Diese Gefahr besteht besonders in der 7. Nacht vor der Beschneidung des Knaben. Daher wird in dieser Nacht das Zimmer der Wöchnerin durch viele Lampen hell beleuchtet, die, angezündet, mit Musikbegleitung aus der Synagoge herbeigeholt werden. . Bei den Aschkenazim ist es Sitte, daß Chederschüler in Begleitung ihres Lehrers jeden Tag vor Sonnenuntergang ins Haus der Wöchnerin kommen, sich vor deren Bett aufstellen und das שמע-Gebet sowie den Psalm 91 (יושב בסתר עליון) laut hersagen; dafür erhalten sie in Salz geröstete Kürbis- und Melonenkerne und Erbsen. Am Freitagabend nach der Mahlzeit kommen Freunde und Nachbarn; dies nennt man שלום זכר. Am Sabbatmorgen nach dem Gottesdienst läßt der Vater des Neugeborenen durch den Synagogendiener alle Anwesenden zum בן וכר in sein Haus entbieten, wo man vor reich gedecktem Tisch ,,Kiddusch macht". In der siebenten Nacht, der ,,Wachnacht", wird bei der Wöchnerin gewacht und im Buche Sohar gelesen; die Gäste werden mit Kaffee, Kuchen, Früchten und gesottenen Erbsen bewirtet. Nach der Beschneidung wird im Hause der Eltern des Knaben eine Mahlzeit gehalten.