Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur jüdischen Altertumskunde
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 547 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur jüdischen Altertumskunde 547 auf Grund genauer Kenntnis der Dinge — von Rab Papa bestimmt: Bett und Leintuch1. Der technische Ausdruck für die Nachtverpflegung lautet in dieser Halacha פרנסה לינה. 2. Das erste Wort in diesem Ausdrucke, also פרנסה , erscheint in ähnlichem Zusammenhang mit bezug auf fremde Einkehrer in eine Synagoge bei der Schilderung der großen Synagoge von Alexandrien2. Da saßen bekanntlich die den verschiedenen Berufen angehörigen Handwerker gesondert, damit, wenn ein Fremder (אפסנאי) kömmt, er sich den Berufsgenossen anschließen kann; ,,und von dort kam seine Verpflegung/' Man merkt also ganz deutlich, daß die Anweisung der Verpflegung der zugereisten Fremden mit der Synagoge in Zusammenhang stand. Wird es auch nicht ausdrücklich gesagt, so darf wohl angenommen werden, daß diesbezüglich in Palästina wie in Alexandrien die gleiche Sitte bestand oder die gleichen Grundsätze galten: der Fremde erhielt nicht bloß gewisse Nahrungs- .mittel, sondern auch Nachtquartier. Freilich wird das Fremdenhaus auch in diesem Berichte noch nicht deutlich erwähnt. 3. Dafür besitzen wir den ersten überaus wertvollen, weil inschriftlichen Beleg in der berühmten Theodotos-Inschrift aus Jerusalem, die spätestens dem letzten Jahrhundert des Tempelbestandes angehört3. Da wird Theodotos und anderen verdienstvollen Männern nachgerühmt, sie hätten ,,die Synagoge zur Vorlesung des Gesetzes und zum Unterricht in den Geboten, ebenso auch das Fremdenhaus (zw geveova) und die Kammern und die Wasseranlagen für die aus der Fremde (d7zb z7j<; %h7}<;), die es bedürfen" errichtet. Es kommt für uns hier nicht darauf 1 b. Sabbat 118 a: מאי פרנסת ליבה? •י . פוריא רבי סדיא (ע/שם רש״י; רמב״ם שם: מצע י י . וכסת), 2 Toss. Sukka IV 6 und Parallelstellen. Der Schlußsatz bei Zuckermandel 198, 27: ומשם היתד, פ ר ג ס ת ר יוצאה. 3 Deissmann a. a. 0-, S. 378 ff. Mein: Jüdisch-palästinisches Corpus Inscriptionum, S. 101 ff. und die hebräische Abhandlung in יריעות המבון למדעי היהדות - ירושלים II, 23 f. An letzterer Stelle habe ich die Vermutung ausgesprochen, daß die Begründer dieser Jerusalemer Synagoge Alexandriner sein mochten, deren Synagoge und Thorarolle mehrfach nachweisbar sind. Vgl. Toss. Megilla III (II) 5; Soferim I 9 (Corp. Inscr., S. 18, Anm 6—7). Es durfte gerade diese Synagoge gemeint sein. 35'