Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 534 (sequence 10)
- Language
- German
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534 Besprechungen gefunden haben konnte; denn in diesem Jahr faßte Esau die Reue und er heiratete eine Tochter aus der Familie Abrahams. Zweifellos steht vieles im Buch der Jubiläen im Gegensatz zur rabbinischen und pharisäischen Tradition und zur damaligen Halacha, genauso wie zum einfachen Wortsinn der Schrift. Doch das ist zu erwarten; es wäre ja keine Veranlassung gewesen, ein;solches Buch zu schreiben, wenn der Verfasser nicht von der Notwendigkeit überzeugt gewesen wäre, bestehende Sitten und Lehren anzugreifen. Aber seine wiederholte Betonung der pharisäischen Lehre sollte doch wohl an deuten, daß er ihrer Partei nicht ohne Sympathie gegenüberstand. Ich sehe keinen Grund dafür anzunehmen, daß er einer dritten Partei angehörte; alles scheint auf seinen ernsten Willen hinzuweisen, eine Verständigung zwischen den beiden Parteien herbeizuführen, deren Meinungsverschiedenheiten das Judentum zersetzten1. Louis Finkeistein (Übersetzt von M. P.) Encyclopaedia Judaica, Das Judentum in Geschichte und Gegenwart, 5. Band, Cahan—Draguignan, 1214 S.; 6. Band, Drama—Gabinius, 1223 S.; 7. Band, Gabirol—Heß, 1231 S.; 8. Band, Hesse—Jerusalem, 1198 S., Verlag Eschkol, A. G., Berlin. Seit unserm letzten Bericht über das Unternehmen (1930, S. 149) sind bereits vier neue Bände erschienen2. Der Überblick über einen so beträchtliehen Teil des Werkes ermöglicht ein weit bestimmteres Urteil über die Anlage des Ganzen, ihre Vorzüge und ihre Fehler. Die Ausstattung und in der Hauptsache auch der Stab der Mitarbeiter sind unverändert geblieben; als neuer Abteilungsleiter für das hellenistische Schrifttum ist J. Gutmann hinzugetreten. Auch die Grundsätze bzgl. der Ausstattung sind die gleichen wie seither; dem Buchschmuck und der Geschichte der jüdischen Kunst ist großes Gewicht beigelegt worden (vgl. die Beiträge Chanukkaleuchter, Haggada, Jerusalem); auch Notenbeilagen finden sich, wo irgend angängig, also nicht nur zu Chad gadja und Jaale, sondern auch zu Jekum purkan, dem ,,beliebtesten Vortragsstück der Kantoren“, wie der Bearbeiter versichert. Die Sprache ist ein wenig reich an Fremdwörtern, sonst einwandfrei. Der Druck ist meist zuverlässig 1 Albeck trägt seine Kritik mehrfach mit unnötiger Heftigkeit;und nicht immer mit der notwendigen Berücksichtigung der Tatsachen vor. So macht er Seite 41, Anmerk. 35 aus dem Unterschied zwischen dem Tragen einer getrockneten Feige und zwei e r getrockneter Feigen den Unterschied zwischen leichter und schwerer Last. Mit welch kühner Phantasie können zwei Feigen eine schwere Last genannt werden? 2 Während der Drucklegung dieses Heftes erschien auch Band IX (Jerusalem bis Kimchi). Besonders beachtenswert sind hier die Beiträge Jesus (Klausner), Jiddische Sprache und Literatur (Birnbaum), Jüdisch- Persisch (W.. Fischei, erste zusammenfassende Darstellung), Kabbala (G. Scholem, erste wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Behandlung).