Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur jüdischen Kunstforschung [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 524 (sequence 3)
- Language
- German
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524 Rahel Wischnitzer-Bernstein de l’Imprimerie Strasbourgeoise. In dem Aufsatz zam jüdischen Folklore werden ßogenannte Kras- oder Kreismesser veröffentlicht, mit denen um die. Gebärende ein schützender Kreis beschrieben wurde, und auf. Papier gemalte lierbilder, die einen Löwen, einen Adler und andere Vögel zum Gegenstand haben, sogenannte Schemostafeln zur Vertreibung der bösen Geister aus der Wochenstube. Der Aufsatz ist der Analyse der Namen gewidmet, die im Zusammenhang mit diesen Bräuchen auftreten. Die Bilder werden nicht weiter ausgedeutet. A. Reifenberg, Der Thoraschrank auf den Tetradrachmen des zweiten jüdischen Aufstandes. Vergleichende Beschreibung einiger Jüdisch-Palästinensischer Lampen. Zwei Aufsätze in Journal of the Palestine Oriental Society. XI. Mit Bildtafeln. Der Autor beschäftigt sich mit der Deutung von Architekturstellungen eines Säulenbogens, eines Giebelportikus, einer Bogenreihe, die auf verschiedenen jüdischen Denkmälern Vorkommen. Man hat in ihnen das Mausoleum des Simon Makkabi, die Bundeslade, den Tempel, eine Laubhätte u. a. mehr sehen wollen. Cavedoni hat in seiner Biblischen Numismatik die Architekturstellung als Thoraschrein der Synagoge gedeutet und dieser Ansicht schließt sich der Verfasser an. Zur Begründung der Deutung werden Darstellungen von Thoraschreinen herangezogen, deren Bestimmung klar zu ersehen ist — geöffnete Schränke mit Fächern, in denen die Schriftrollen leicht erkennbar sind. In diesem Zusammenhang wird auch die Gezer-Lampe genannt, deren Bildschmuck von Galling1 als Gitterfenster,, auf Anregung von L. A. Mayer, Jerusalem, jedoch wieder als Thoraschrein gedeutet wird. Die zehn Rechtecke wären als die Schriftrollen aufzufassen. Die Reproduktionen der Öllampen die im zweiten Artikel besprochen werden, sind zum Teil so verwischt, daß es kaum möglich ist, sich über die Bilder ein Urteil zu bilden. So erscheint es nicht ohne weiteres einleuchtend, daß die Gegenstände aui der Lampe Nr. 3 tatsächlich ein siebenarmiger und ein neunarmiger Leuchter sind. Es könnten wohl auch Bäume sein, um so mehr als die Lampe sich durch Kreuze als eine christliche zu dokumentiereri scheint. ,,Die Schriftrolle“ auf der Lampe Nr. 4 ist überhaupt nicht zu erkennen; übrigens vertritt Dr. Reifenberg diese Deutung nicht. Ob der auf der Lampe dargesteilte Bau eine Synagoge oder doch der Tempel ist, läßt er ebenfalls dahingestellt. Besondere Beachtung verdient die Lampe Nr. 10 mit dem Hexagramm, das das Eingußloch umschreibt. Der Autor enthält sich näherer Datierungsversuche. Die Herkunft der Lampen ist vermutlich Galiläa. Sie gehören z. T. dem römischen, in der Mehrzahl dem byzantinischen Typ an. Der Verf. hat viel vergleichendes Bildmaterial beigebracht und dadurch zum Studium des Problems Synagoge oder Tempel bzw. Synagogenschrein oder Tempellade Wesentliches beigetragen. Rahel Wischnitzer-Bernstein. 1 Z. D. P. V. Bd. 46, 1923.