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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 5 · p. Seite 475

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 5
Article
Die Erforschung jüdischen Denkens im Mittelalter
Date
1932-01-01
Page
Seite 475 (sequence 6)
Language
German
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Die Erforschung des jüdischen- Denkens im Mittelalter 475 setzt die Ab.fässungszeit auf Grund eines , neuen Anhaltspunktes auf das Jahrzehnt zwischen 1120 und 1129 fest, behandelt die Quellen und die philosophischen Anschauungen der Schrift, sowie ihre jüdischen und christlichen Benutzer und gibt Rechenschaft über die handschriftliche Ueberlieferung einschließlich einer lateinischen Uebersetzung des fünften Büches. Für uns ist die Untersuchung der Lebensanschauung des Schriftstellers von besonderem Belang. Sie zeigt, daß er erheblich stärker von den andern jüdischen Denkern abweicht, als aus; Jacob Guttmanns Analyse des ethischen Hauptwerks MGWJ 1900, 193 ff. zu erkennen ist. Bei Abraham, den sein Lebensweg häufig mit Nichtjuden zusammenführte und der nichtjüdische Quellen Vorurteilsfrei benutzt (ebd. 197 f.), wird man daher nicht nur mit arabischen Vermittlern, auf welche Julius Guttmann mehrfach hinweist, sondern auch mit christlichen stark rechnen müssen. Julius Guttmann selbst macht S. XIII darauf aufmerksam, daß sich die Parallele zwischen Schöpfungstagen und Weltperioden bei Juden nur , andeutungsweise findet, dagegen ausgeführt bei Irenäus, Augustin und ihren Nachfolgern. Nun findet sich aber, wie mir Leisegang gelegentlich mitteilte, Abrahams Auffassung der Zeit als 23 ,6 אינו נמצא אלא בתוך הדעת, für welche Julius Guttmann keine Parallele gibt, auch bei Augustin Conf. XI 20 ״in der Seele sind diese drei (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft); anderswo sehe ,ich sie nirgends“ (vgl. 27). Ich möchte die Berührungen gerade Augustins mit Abraham nicht sehr hoch einschätzen; aber es scheint danach, daß die genauere :Untersuchung des Einflusses der Kirchenschriftsteller auf ihn manches zu seiner Erklärung beitragen könnte. . Die Dissertation Moses Königs1, die auf ganzen vier Druckbogen die Systeme J ehuda Haie vis und Abraham ibn Dauds zusammenfaßt, enthält selbstverständlich nichts Neues. Auch die Polemik gegen ältere Anschauungen (z. B. S. 8 und 11) beschränkt sich auf Feststellungen, die sich für den Kenner erübrigen. Von Mai muni s philosophischem Hauptwerk ist nunmehr 1 Die Philosophie des Jehuda Hälevi und des Abraham ibn Daud. Von Dr. Moses König, Berlin, Ebering, 1929 (Gießener Dissertation), 63 S.

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