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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 5 · p. Seite 471

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 5
Article
Die Erforschung jüdischen Denkens im Mittelalter
Date
1932-01-01
Page
Seite 471 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Die Erforschung des jüdischen Denkens im Mittelalter 471 und der allgemeinen Religionsgeschichte nur sehr, ungenaue Vor- Stellungen (so sind z. B. die persönlichen Urbilder der Menschen, S. 10, die Gott vor der Schöpfung der Einzelmenschen befragt, nicht platonischen, sondern persischen Ursprungs). Es bleibt daher bei einer übersichtlichen Materiälsammlung, die leider durch eine große Anzahl verbesserter und nicht verbesserter Schreibfehler entstellt ist. G a b i r o 1 hat zwei Bearbeitungen gefunden, die sich in wünschenswertester Weise ergänzen. Joseph Klausner, Professor an der Jerusalemer Universität, widmet in der Vorrede zu der hebräischen Übersetzung des Mekor Chajim ,,dem Dichter, dem Menschen, dem Philosophen“ eine sehr ausführliche Einleitung1, deren Ertrag für die Philosophie er Enc. Jud. VII, 11 ff. wiederholt, — um das Vollbild; Gabirols der jüdischen Volksseele zum Besitz zu geben; ־Karl Dreyer versucht, als Nichtjude die religiöse Gedankenwelt Gabirols gleichsam von außen zu betrachten und aus ihrer jüdischen Eigenart zu verstehen2. So deutlich die Absicht beider Bearbeiter hervortritt, so wenig sind ihre Schriften als einseitig zu bezeichnen; Klausner weiß das Denken der Renaissance, der Klassik und der Gegenwart zum Vergleich heiranzuziehen; Dreyer hat sich mit ungewöhnlichem Fleiß in das Gebiet der jüdisch-mittelalterlichen Dichtung sprachlieh und sachlich eingearbeitet3. Allerdings faßt Klausner sein Thema viel weiter als Dreyer, der die profane Lyrik und die philosophischen Schriften Gabirols garnicht heranzieht; aber der Schwerpunkt und die Neuheit der Betrachtung liegt auch bei ihm auf der Behandlung der Dichtungen. Aus ihnen sucht er, manchmal durch starkes Pressen des Ausdrucks, Anhaltspunkte über die Lebensverhältnisse, die Krankheit des Dichters (Fieber) רבי שלמה בן גבירול, האדם המשורר הפילוסוף הוצאה מיוחדת בלן התרגום העברי של הספר 1 "מקור חיים" בהוצאת הספריה הפילוסופית* 2 Die religiöse Gedankenwelt des Salomo ibn Gabirol. Ein Beitrag zur Religionsgeschichte des jüdischen Mittelalters. Leipzig,. Ed. Pfeiffer, .1932, 158 S. ® Die Bezeichnung גאלה ist nicht (S. 39) unmittelbar von גאל abzuleiten, sondern, wie אופן und זולת, aus der Stellurig im Gebetbuch (hei גאל ישראל) zu erklären. ואלה בני נח (S. 139) spielt zugleich auf die Bedeutung von בן נח als ein an die Noachidengebote gebundener, also frommer Heide an.

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