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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 413

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
Date
1932-01-01
Page
Seite 413 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Die Erlösung Elisa‘ b. Abujahs aus dem Höllenfeuer 413 .Die in beiden Talmuden erhaltenen Erzählungen stimmen wesentlieh nicht ganz überein, setzen die Versuche der Erlösung zeitlich verschieden an, und werden ohne Weiteres als Legenden angesehen, die kaum Beachtung verdienen. Doch sind die in denselben vorausgesetzten, eigentümlichen religiösen Vorstellungen, der Glaube an ein von Gott gesandtes Feuer, das unmittelbar nach dem Tode des Sünders sein Grab verzehrt, an die Möglichkeit eines erfolgreichen Dazwischentretens seitens R. Meirs auf dem umloderten Grabe und später nach seinem eigenen Tode im Himmel selbst, und an die schließliche Erlösung Eli§afs aus dem Höllenfeuer und seine Versetzung ins ewige Leben, an sich von geschiehtlieber Bedeutung und verdienen selbst in sagenhafter Einkleidung die Aufmerksamkeit des Forschers. Zudem bewegen sich die einzelnen, von R. Meir unternommenen Schritte innerhalb des in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts geglaubten und gelehrten Einflusses des frommen Lehrers bei Gott, und sind an sich weder übermenschlichen, noch wunderbaren Charakters. Die ursprüngliche Quelle dieser Berichte von R. Meirs Handlungen und deren Absichten konnten nur seine Mitteilungen an seine Jünger gewesen sein; und da nach dem bestehenden Brauche die ältesten Jünger ihren Lehrer auf allen seinen Wegen begleiteten, um sein Tun in allen Lebenslagen zu beobachten, dürften R. Meirs Handlungen auf Eli§a‘s Grab und sein Gebet von seinen Schülern erzählt worden sein. Die im babylonischen Talmud berichtete abfällige Äußerung des Amoräers R. Johanan über R. Meirs Vornähme, nach seinem Tode im Himmel die Erlösung Eliäa's durch die Erwirkung seiner Züchtigung in der Hölle anzubahnen, und über seinen durch das rauchende Grab Eli§a‘s bewiesenen Erfolg zeigt, daß die Einzelheiten von R. Meirs Versuchen, Eli§af zu erlösen, um die Mitte des dritten Jahrhunderts im Lehrhause in Liberias bekannt waren und offenbar von Schülern des R. Meir, der, als Eli§af starb, in Tiberias gelehrt hatte, weiter erzählt worden waren1. Der palästinische Bericht, der nichts vom rauchenden Grabe erzählt, weist keine Einzelheit auf, die nicht von R. Meir selbst oder seinen unmittelbaren Schülern könnte nütgeteilt worden 1 R. Johann berichtet im Namen R. Meirs in Berakh. 17 a; Hagig. 15 b; Megiil. 27 a; Kidd. 57 b; Sotah 46 b; cAbod. zar. 24 b; Gen. r. 14, 9.

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