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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 391

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorf
Date
1932-01-01
Page
Seite 391 (sequence 2)
Language
German
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Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorff 391 zum größten Teil noch ungedruckten Arbeiten galten Vorzugsweise dem Chinesischen, Mandschuischen und Uigurischen. Weniger bekannt war es bisher, daß Möllendorff sich auch mit der hebräischen Literatur, besonders des Mittelalters, und mit dem jüdisch-deutschen Schrifttum Osteuropas eingehend beschäftigt hat. Als Sproß einer alten märkischen Adelsfamilie am 17. Februarl847 inZedenik (Uckermark) geboren, hat P.G. von Möllendorff schon auf dem Gymnasium in Görlitz ein besonderes Interesse für die hebräische Sprache bekundet. Nach Erlangung des Reifezeugnisses bezog er im Frühjahr 1865 die Universität Halle, an der er neben den juristischen auch orientalischen Studien oblag. Unter der Leitung des Theologen Friedrich August Tholuck vertiefte er dort im besonderen auch seine Kenntnisse der hebräischen Sprache und Literatur. Unmittelbar nach Abschluß seiner Universitätsstudien begab er sich nach Ostasien, wo er, von kurzen Urlaubsreisen abgesehen, bis zu seinem Tode verblieb. Seine Liebe zur hebräischen Literatur und die Achtung, die er dem jüdischen Volke entgegengebracht hat, kommen so recht in einigen Sätzen der Einleitung zu seiner ״Weltliteratur", Shanghai 1894, zum Ausdruck: ״Juden und Griechen waren zur Zeit ihrer Blüthe die einzigen Träger höherer Gesittung und schufen Literaturen, welche unabsehbaren Einfluß auf Civilisation und Kultur gehabt haben und zur Stunde noch haben, und in denen das Vollkommenste enthalten ist, was der menschliche Geist gedacht und gedichtet hat" (a. a. O. S. XII). Kurz zuvor, S. IX, heißt es: ״Die spätere neuhebräische Literatur giebt sich kaum Jemand die Mühe näher kennen zu lernen. Die Geistesheroen der spanisch-arabischen Blüthezeit im 11. und 12. Jahrhundert, unter denen sich ein großer Dichter wie Jehuda Halevi befindet, sind kaum dem Namen nach bekannt." Aus solchen Anschauungen heraus erklärt sich seine Bekämpfung des Antisemitismus, seine Mithilfe bei der Organisierung des jüdisch-religiösen Lebens in China und sein Interesse für das Ostjudentum und dessen Volksliteratur in jüdischdeutscher Sprache. Hier waren es Beziehungen persönlicher Art — sein Bruder Otto Franz war deutscher Konsul in Kowno —, die seine Studien auch auf dieses Gebiet lenkten. So findet sich

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