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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 335

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Unbekannte Huldigungsgedichte für einen Nasi
Date
1932-01-01
Page
Seite 335 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Unbekannte Huldigungsgedichte für einen Nasi 335 mit Strophe 3 schließt, ist nicht ganz sicher, aber sehr wahrscheinlich, da ein großer Teil der betreffenden Seite nicht mehr beschrieben ist. Das Fragment auf S. la des Mskr. ist ebenso gebaut wie das vollständige Gedicht, hat ebenfalls drei Verse, die untereinander reimen, und zwei mit einem andern Reim, dem gleichen, den der Refrain des vollständigen Gedichts hat; das mag Zufall sein, denn nach der Art der Niederschrift scheint es unmöglich, daß diese Strophe zu dem vollständigen Gedicht gehört. Fraglich ist, ob die vier Zeilen auf S. lb zu dem vorhergehenden Fragment gehören können oder ob sie nicht Bruchstück eines dritten Gedichts sind, so daß zwischen S. la und lb eine Lücke in der Handschrift anzunehmen wäre; hier reimen jedenfalls die drei letzten Zeilen aufeinander, und die erste hat einen andern Reim; aber da wir nicht mehr als diese vier Zeilen besitzen, können wir nur das eine aussagen, daß im Bau diese vier Zeilen mit dem vorhergehenden Fragment und dem folgenden Gedicht nicht übereinstimmen. Die Gedichte sind metrisch, mit ziemlich seltenem Metrum; das erste Fragment scheint das Metrum des vollständigen Gedichts zu haben, während das zweite davon abweicht. Gemeinsam ist allen der Inhalt, die Gedichte sind Huldigungen für einen Davidssprossen. Das vollständige Gedicht sagt das mit aller Deutlichkeit, aus dem Fragment S. lb ist es ebenfalls klar ersichtlich, aber auch die Strophe S. la ist dem ganzen Tenor nach nur auf den Inhaber eines Thrones zu beziehen. Der Exilarch, dem gehuldigt wird, heißt Joschijahu. Näheres ist über seine Persönlichkeit und seine unmittelbaren Vorfahren nicht mitgeteilt; die sonst genannten Namen sind die biblischer Könige; der David, der ihm nach Zeile 1 den Thron als Erbe hinterlassen hat, ist nicht sein Vater, sondern der Stammvater David. Der Name Joschijahu kommt unter den Exilarchen mehrfach vor, aber die Auswahl unter seinen Trägern wird dadurch erleichtert, daß S. lb Aschur als seine Heimat genannt ist. Wir.haben ihn demnach unter den Exilarchen von Mosul zu suchen1. Einen solchen kennen wir auch; der dortige Exilarch David b. Daniel, der 1288 dem Antimaimunisten Salomo b. Samuel Petit in Akko entgegentritt, nennt sich in der Unter- 1 Vgl. Lazarus, Die Häupter der Vertriebenen, S. 173, 11. S. Poznanski, Babylonische Geonim im nachgaon. Zeitalter, S. 120 ff.

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