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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Ein Homerisches Gleichnis im Midrasch
Date
1932-01-01
Page
Seite 334 (sequence 5)
Language
German
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334 I. Elbogen Caelo I. 4 heißt es *O de &eoq zatij (poms oddev p.dxr]v tcolooolv Gott und Natur schaffen nichts vergebens; ganz ähnlich Sab. 77b. א״ר יהודה אבר רב כל בה שברא הקכ״ה בעולבו לא ברא דבר אחד לבפזלה. Doch der philosophische Gedanke, daß nichts zwecklos geschaffen wurde, und der fromme Glaube, daß Gott jedem Geschöpf einen Zweck setzt, kann auch polygenetisch entstanden sein, unabhängig bei Griechen und Juden. Hingegen die Vorstellung, ein Schnelläufer fliege über ein Getreidefeld, ohne die Ährenspitzen zu knicken, kann, glaube ich, nur durch Wanderung aus dem Homer in den Midrasch gelangt sein. Unbekannte Huldigungsgedichte für einen Nasi. Mitgeteilt von I. Elbogen. In der'Taylor-Schechter Collection in Cambridge (H 10, 2) fand ich zwei Blatt, die Huldigungsgedichte für einen Exilarchen enthalten, ein vollständiges und ein oder wahrscheinlich zwei Bruchstücke. Meine Hoffnung, letztere zu ergänzen, ist bisher fehlgeschlagen; das reiche Photo-Archiv der Schocken-Sammlung im hiesigen Forschungsinstitut für hebräische Dichtung besitzt ein ähnliches Stück noch nicht. Die Handschrift ist in Quadratschrift gehalten und vokalisiert, wenn auch in Chateph-Vokalen (wahrscheinlich z. T. wegen des Metrums) nicht immer nach den uns vertrauten Regeln. Raphe- und Dagesch-Zeichen sind ziemlich regelmäßig gesetzt1; wenn sie hier mitunter fehlen, liegt das daran, daß die Handschrift und die von mir benutzte Photographie verblaßt sind. Die Blätter sind ziemlich breit beschrieben, alle vier Seiten enthalten 26 Verse auf 47 Zeilen. Der Abdruck erfolgt nach Verszeilen, die einen raschen Überblick über die Reime ermöglichen. Bei dem vollständigen Gedicht (lb ff.) ist der Aufbau ganz deutlich: ein zweizeiliger gereimter Refrain steht an der Spitze, jede Strophe enthält ־ fünf Verse, deren drei erste untereinander reimen, während die zwei letzten mit dem Refrain reimen, der am Schluß jeder Strophe zu wiederholen ist. Es ist kein richtiges Gürtelgedicht, aber man könnte es so benennen. Ob das Gedicht 1 Aus technischen Gründen sind in meiner Wiedergabe die Raphe־ Zeichen fortgelassen worden.

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