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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 311

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Der Gruß im Scheidebrief
Date
1932-01-01
Page
Seite 311 (sequence 2)
Language
German
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Der Gruß im Scheidebrief 311 brief konnte man im Altertum in jeder Sprache abfassen. Es gibt hierfür viele Beweise, hier möchte ich aber nur die Mischna Gittin 9, 10 anführen, welche wörtlich wie folgt lautet: ,,Wenn ein Scheidebrief hebräisch geschrieben ist, die Zeugen aber griechisch unterfertigt haben, oder griechisch und die Zeugen hebräisch, der eine Zeuge griechisch, der andere hebräisch, so ist der Scheidebrief gültig/‘ Es wird auch von einem Kollektiv-Scheidebrief gesprochen, in welchem der eine seine Frau und der andere seine Frau scheidet, so daß fünf Männer eine Scheideurkunde ausstellen und am Ende zwei Zeugen unterfertigt sind. Dieser Scheidebrief kann auch in fünf Sprachen ausgestellt sein. Hier ist aber für uns nur das Griechische von Interesse. Von der weltweiten Diaspora der Juden lag der verhältnismäßig größere Teil in Ägypten, vor allem in Alexandrien; nach Ausweis der griechischen Papyri gab es aber auch in Dörfern Synagogen. Selbst in Palästina ist die Zahl der griechisch redenden Juden, wie die griechischen Grabschriften von Jaffa und die vor einigen Jahren in Jerusalem selbst ausgegrabene griechische Synagogeninschrift beweisen, eine sehr beträchtliche gewesen. Es gibt hierfür auch im Talmud Beweise. Man darf annehmen, daß die städtische jüdische Bevölkerung graezisiert war. Die Juden haben in fremden Ländern wohl auch andere Sprachen gesprochen, aber in der hellenistischen Welt war ihre Sprache die griechische. Wie bekannt, sprachen Ausländer auch in Rom griechisch, mindestens bis zum 5. Jahrhundert. Es kommt. demnach für unsere Frage in erster Reihe griechische Schreibsitte in Betracht, weil wir von dem Einfluß anderer Schreibsitten auf die Juden gar nichts wissen. Wir können nun an die Beantwortung unserer Fragen herangehen. In den zum Vorschein gekommenen griechischen Papyrus- Schriften nennt der Schreiber eingangs den Adressaten und sich selbst. Er schließt dann sein Schreiben mit dem Worte %acpe * ,,sei gegrüßt“ (entsprechend שלום). Vgl. Wilhelm Schubart, Griechische Paläographie I 20 (= Handbuch der Altertumswissenschaft I 4, München 1925). Wir finden diese persönliche Handschrift in Briefen, die der Verfasser eigenhändig schrieb, und in zahlreichen eigenhändigen Unterschriften der Verträge. Was Paulus an die Galater scherzend schreibt: *,Seht, mit wie großen Buchstaben ich euch eigenhändig geschrieben •habe“, das machen uns

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