Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 305

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Das Elephantine-Mondjahr
Date
1932-01-01
Page
Seite 305 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829988-2837625--51305-2837695
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Elephantine-Mondjahr 305 bezeichnet, geben die Teilung der ägyptischen Wandeljahre in 12 30-tägige Monate, dazu 5 Schalttage. Diese Teilung ist aber nur gewissermaßen als Maßstab anzusehen, der zu den Elephantine- Mondjahren, die hier dargestellt werden sollen, in gar keinem inneren Zusammenhang steht. Es ist nämlich ausgeschlossen, daß das Elephantine-Mondjahr irgendwelchen Bezug, auf das ägyptische Wandeljahr oder etwa auf das ägyptische Hundssternjahr haben konnte, oder daß es mit seinen Schaltungen etwa auf eines dieser beiden Jahre Rücksicht nahm. Der Elephantine-Mondkalender war vielmehr von der jüdischen Garnison schon bei ihrem Einmarsch nach Ägypten mitgebracht worden, eine Anpassung an das in Ägypten entstandene künstliche Wandeljahr oder gar an das nur im Untergründe des ägyptischen Kalenders vorhandene Hundssternjahr anzunehmen, wäre also abwegig1. Vielmehr wird dieser Mondkalender schon bevor er nach Ägypten mitgebracht worden ist, im Lande seiner Entstehung mit einem mehr oder weniger genau ermittelten Naturjahre, Sonnen- oder Sternjahr, mehr schlecht wie recht durch Schaltung von Monaten in Einklang gebracht worden sein. Da ist es also naheliegend, zu untersuchen, wie sich dieses Mondjahr etwa zu den Tag-und-Nacht-Gleichen stellt, und deshalb sind deren Linien auch in die Zeichnung aufgenommen. Die der Frunlings-Tag-und-Nacht-Gleiche läuft von Nab. 275, 8. 4. W. bis Nab. 340, 24. 4. W. (März 26.) und die Herbstgleiche von Nab. 275, 14. 10. W. bis Nab. 340, 30. 10. W. (Sept. 28.). Daß die Elephantineleute die Tag-und-Nacht-Gleichen irgendwie genau genug festlegen konnten, soll damit aber nicht gesagt sein. Noch weniger werden sie die Tage der Sonnewenden haben bestimmen können, daher sind auch die Linien der Sonnenwenden in unserer Zeichnung gar nicht berücksichtigt, zumal da von einem um eine der Sonnenwenden beginnenden Mondjahr hier wohl 1 Aus denselben Gründen darf man auch nicht den Versuch machen, eine 25jährige Schaltspanne beim Elephantine-Mondjahr zu finden (Gutesmann nach Ginzel 2, 51). Daß derselbe Mondtag nach 25 Wandel* jahren wieder auf denselben Tag im Wandeljahre fällt — die berüchtigte ״Apisperiode“ — ist eine bekannte, aber von keinem Kalendermacher beabsichtigte Selbstverständlichkeit. Monatsschrift, 76. Jahrgang 20

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.