Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Hellenistica [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 2)
- Language
- German
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264 Besprechungen eine andere Übertragung vorgeschlagen wird als im Text. Diese ihre Hauptaufgabe haben die Bearbeiter sachkundig und selbständig gelöst. Selbstverständlich haben sie die deutsche Übersetzung herangezogen, u. z., wie sie im Vorwort zum 3. Bande erklären, in fortschreitendem Maße. Haben sie doch allein für die Schrift De plantatione 5 Textverbesserungen aus der deutschen Übersetzung aufgenommen! Aber an zahlreichen Stellen haben sie selbst zur Verbesserung des Textes beigetragen; ihre Vermutungen sind natürlich nicht durchweg überzeugend; aber Leg. all. I, 60 ist in der Tat ״va 6 g\j.uy]1:oc; . . . statt 6 cy. zu lesen (ich hatte die Vermutung nebst der Parallelstelle, aus der sie sich ergibt, bereits in meinem Handexemplar vermerkt); De post. C. 163 ist sicherlich richtig oTupig für c«ua£ eingesetzt; und auch an Stellen wie Leg. all. I 80; II 18; 70 gebe ich der englischen Übersetzung jetzt den Vorzug. An anderen allerdings halte ich an unserer Auffassung fest. So läßt jene zu Beginn der Schrift De post. C. den Schriftsteller an den Bibelvers folgende Bemerkling knüpfen: Let us Jiere raise the question, whether in tJie Looks in which Moses acts als Goä’s Interpreter we ought to take his statements figurately. Allein solche allgemeine Untersuchung wird im folgenden gar nicht angestellt! Es ist vielmehr gemäß unserer Übersetzung ein Fragesatz anzunehmen: ,,soll man hier (d. h. an dieser Bibelstelle) zweifeln, ob die allegorische Bibelauffassung berechtigt ist?‘6 Dazu paßt der folgende Nachweis, daß eine Flucht vor Gott im Wortsinne garnicht möglich ist. Die irrige Auffassung ist dadurch entstanden, daß man hier (und anderwärts) mit der Bedeutung von vim ,,an unserer Stelle“ nicht rechnete, wiewohl sie sich z. B. De conf. ling. 190; Quis rer. div. h. 123; 219; 243; De migr. Abr. 73 findet. Keiner der beiden Übersetzungen kann ich Leg. all. II, 97 zustimmen. Zu den edlen Bewegungen der Seele rechnet Philon die *p/zfaicc xd 60~ä; die deutsche Übersetzung nimmt 63tö; im Sinne von ggtsToc;; die englische gibt genuine and in a real sense of the fatherland, was weder dem Sinn von ävioz noch Phiions sehr geringem Patriotismus entspricht; ebenso wie bei 10בן7ען<; (Gegensatz vdüo;), dem vollberechtigten'Haussohn, hört Philon bei 6<3'6z (Gegensatz nach dem vorausg. £svo;) den wertbetonten Begriff des vollberechtigten Staatsbürgers heraus; wir haben also etwa ,,echte und vollwertige“ zu übersetzen. Auch Leg. all. III, 15 möchte ich 7t־spv13x>j; weder mit ,,listig“ noch mit ,,supplanter“, sondern mit ,,Ringer“ wiedergeben, da im Zusammenhang von Jakobs Mühe die Rede ist. Den einzigen grundsätzlichen Mangel der englischen Übersetzung sehe ich darin, daß sie den Zusammenhang zwischen Bibelwort und Deutung nicht immer genügend beachtet. So sind Leg. all. HI, 8 die Leute, die sich ,,der Herrschaft des Einen entziehen“, nicht fornicators; vielmehr ist nach Deut 232 und den in der deutschen Übersetzung angeführten Parallelen aus Philon 7rdpvoo<; in.ix 7ro'pv7]<; zu ändern; es sind Leute, die, wie die Söhne von Dirnen, ihren wahren Vater nicht kennen. Auch bei richtig verstandenen Stellen haben die Übersetzer die Beziehung zum Text nicht immer erkannt. An das Textwort von der kupfernen Schlange ov av Scbq] ocpis, 0 todiv