Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Nochmals Die Redaktion des Sifre Zuta
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
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242 Albeck , , Auf meine Frage, ob es denn möglich sei, daß die Amoräer, die zur Mischna von Challa einen Zusatz anführten,יgar nicht auf den Gedanken kamenj daß der Zusatz von demselben Gegenstand handelt, wie die Mischna selbst, antwortet E.: Nicht die Amoräer brächten die Baraita in die Schule, sondern sie stände bereits in ihrem ,,Talmud“ und die späteren Amoräer hätten ihren ״Ort“ nicht gekannt; dies sei im allgemeinen ״m ö g 1 i ■c h“, wie R. Tarn schon bemerkte und aus Sabb. 28 b hervorgehe. Welche Verwechslung der Begriffe! Daß die Amoräer oft nicht wußten, wo der Ursprung einer Baraita war, dazu bedurfte es nicht der Bemühung des R. Tarn und der Stelle in Sabb., sondern dies geht auch aus der betreffenden Stelle in Men. hervor, wo gefragt wird: למאי היילכתא und darüber dann gestritten wird. Meine Frage war doch aber über die Amoräer, die die Baraita an der Hand der Mischna zu erklären suchten und sie im Zusammenhang mit der Mischna, d. h. beim ״Lernen“ der Mischna studierten! Schwebten denn die Erklärungen der Baraitot in der Luft? Sie wurden doch bei bestimmten Mischnajot, und nicht bei ״Spaziergängen“ besprochen? Aus unserem Talmud geht doch hervor, daß die Baraita zu der Mischna bei Challa zitiert und besprochen wurde! Wenn aber bei den auftretenden Amoräern noch ein Zweifel darüber bestehen könnte, in welchem Zusammenhänge sie die Baraita behandelten, die Redaktion des Talmud hat sie doch an der Mischna von Challa angereiht. Warum bezieht die Redaktion nicht die Baraita auf Challa? Darauf antwortete ich: Der Wortlaut der Baraita nach der babylonischen Ueberlieferung konnte nicht auf Challa bezogen werden, weil er bedeutet, daß Getreidekörner in ihrem Zustande sich zu einem vorgeschriebenen Maß vereinigen können, was bei Challa nicht möglich ist. Jeruschalmi dagegen zitiert die Baraita mit dem Nachdruck שבללן (im Gegensatz zu כשוך!), so daß es sich um einen Teig handelt. In unserem Sifre Zuta kann aber höchstens der Wortlaut der• Baraita im Babli, nicht aber der des Jeruschalmi rekonstruiert werden. Folglich stammt die R. Chija-Baraita des Jeruschalmi nicht - aus Sifre Zuta, da die Differenz in der Auffassung des Babli und Jeruschalmi auf das שבללן zurückzuführen ist, das im Sifre Zuta nicht steht. Die Frage, ob nicht die Baraita des Babli gegen die babylonischen Amoräer nach der Erklärung des Jeruschalmi zu fassen ist, habe ich nicht berührt, weil als Beweis für die Bedeutung dieses Ausdruckes angeführt habe, sondern dafür, daß das sepphorensische Maß ״allgemein gebräuchlich“ war. Ueber den Aufenthalt R. Chijas in Sepphoris heißt es Erub. 73 a, daß er סומך על שולחנו של רבי war. Raschi unter תלמיד erklärt: דר עמו בחצר. Ich habe infolgedessen geschrieben, daß R. Chija ״im Hause Rabbis“ wohnte, d. h. in demselben Hause, in dem Rabbi wohnte. Da mir aber die Worte E.s ni c h t e i n den t i g waren, habe ich sie in Klammern hinzugefügt. Was hat dagegen die Stichelei E.s (תרגום מצוין; בדייקנותו) zu bedeuten? Ich war ganz genau und habe ihn nicht übersetzt, sondern w ö rtl i c h angeführt!