Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Jahrhundertfeier der "Gottesdienstlichen Vorträge" von Zunz [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 8)
- Language
- German
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206 A. Kaminka Albeck haben ihren Mustertext nicht einfach abgedruckt, sondern ,,gelernt", untersucht, wie nur je ein Midraschtext gelernt wurde. Die Ergebnisse dieser Untersuchung besitzen wir nicht nur in der mustergültigen Midrasch־Ausgabe, sondern nunmehr auch in Albecks Einleitung. Nach dieser reichhaltigen Einleitung sehen wir den angekündigten Indices •vertrauensvoll entgegen. Beiträge zur Erklärung der Bsra״Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes. Von A. Kaminka. (Fortsetzung) III. Die Esra-Yisionen als Quelle lür Worte Hilleis und spätere tannaitische Sentenzen. 1. Eines der interessantesten Rätsel des Buches ist ein Spruch, von dessen richtiger Deutung und hebräischer Rekonstruktion ein wichtiger Anhaltspunkt für das Alter des Buches (oder eines Teiles desselben) abgeleitet werden kann. Auf das Gebet Esras um Gnade für die sündigen Menschen, da Gott ja Erbarmen habe mit seiner Kreatur, Tuae enim creaturae misereris1, wirdThm 846 die Antwort gegeben: Qucie sunt praesentia praesentibus et quae futura futuris, was Hilgenfeld auf rä napavra rotc napouaty xat rä pillovTa rdis piTlmai zurückführt, und Gunkel: ,,Heute den Heutigen, einst den Einstigen" übersetzt. Violet ähnlich; Charles: Things present (match ) them of the present, things fuiure them oj the future. In der Fortsetzung verwahrt sich Gott dagegen, daß er seine Geschöpfe etwa weniger liebe als Esra. Es gibt nun, wenn man auf den Zusammenhang achtet, kein logisches Band, das die — übrigens sehr platte — Gott zugeschriebene Sentenz, nach welcher die Sorge um die Zukunft überflüssig erscheint, und die in ihrer Konsequenz mit der Lebens- Weisheit der leichtfertigen Genießer übereinstimmt (Jes 2213), mit der vorhergehenden Bitte um Erbarmen verknüpfen würde. Noch weniger ist die Beziehung zu der folgenden, hier ganz hohl klingenden Redensart von der größeren Liebe Gottes zu verstehen, 1 Der Dichter denkt an Ps 1459 ורחמיו על כל מעשיו und ähnliche Bibelstellen.