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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 3 · p. Seite 197

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 3
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 197 (sequence 5)
Language
German
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Aus ostjüdischer Geschichte YI 197 der israelitischen Kultusgemeinde. Mit der ihm eigenen Akribie hat Wachstein die Verzeichnisse mit zahllosen literarischen Nach־־ weisen, Registern und Verbesserungen versehen. Simon Dubnow, געשיכטע פון חסידיזם (Geschichte des Chassidismus), 1. Bd., Wilna 1930, Wilnaer Verlag von B. Klatzkin. Vorliegende Ausgabe ist in jiddisch geschrieben. Sie gehört zu der Schriitenfolge des Wilnaer Jüdischen Wissenschaftliehen Instituts und seiner historischen Sektion. Bisher zum Teil handschriftlich gebliebene Quellen kommen dem Werke zustatten. Wie bei allen großen religiösen Bewegungen sind auch hier die Ursprünge in Dunkel gehüllt. Der Verf. bemüht sich, aus den überwuchernden Legenden den historischen Kern herauszuschälen. Nicht immer wird man ihm zustimmen. Die wenigen geschichtlichen Tatsachen, die aus dem Grabstein der Mutter des Begründers des Chassidismus gewonnen werden können, sind Dubnow unbekannt geblieben. Hierüber handelt Wachstein, Menorah III 33 f. Zwischen dem Sabbatianismus und dem entstehenden Chassidismus sucht D. eine Brücke (S. 107, 111, 181) und befindet sich hier im Bunde mit sehr vielen anderen z. B. R. Elia Wilna (Graetz, Gesch. XI 598), R. Josef Steinhardt-Fürth (Dubnow S. 213), R. Abr. Katzenelnbogen-Minsk (das. S. 241), R. Jakob Emden (das. S. 168), Graetz (Gesch. XI 107), Bernfeld (Ost und West 1908 S. 553 f.), Efr. Deinard (נר המערבי, New York 1894, Teil לקורות ישר׳ בררסיא, S. 5 f., 7), den Gemeindevorstehern und Rabbinern von Brody im J. 1772 (Dubnow S. 195, 197, 210) und der Gemeinde־ Ordnung von Mohilew am Dnjestr vom J; 1778 (das. S. 223 f.). Beide Bewegungen waren Gegner des Rabbinismus bei der Wertung-des Fastens (Dubnow S. 90 f., Verus, Der Chassidismus, S. 32, 96, 150, עניני שבתי צבי S. 12, 93 f., 96, 103), bei der Theorie des scheinbaren. Falles des Zaddiks (Dubnow S. 150, עניני S. 58 f., 92, 98, יקב זאב S. 34a, beigedr. zu שפת אמת ולשון זהרית, Lemb. 1876), bei der Bevorzugung von Midrasch und Kabbala gegenüber Mischnaund Halacha (עניני S. 93, 96, Verus S- 279), beim Säumen mit dem Gebete (יקב זאב S. 30a, Verus S. 291, 334 f.), bei der weißen Sabbat- und Festtagkleidung (מרכבת המשנה bei Graetz XI 594, das. X S. LXX) u. a. Selbst in chassidischen Kreisen ging das Wort um: ״Zwischen Chassidismus und מינות (Ketzertum) liegt nur eines Haares Breite“ (Verus S. 168). Die Spuren Jakob Franks mußten genugsam schrecken. Trotzdem und alledem nennt Dubnow die Antichassidäer ״fanatische Verfolger“ :(S. 220), ״die Wilnaer Fanatiker“ (S. 192) und R. Elia Wilna einen ״extremen Fanatiker“ (S. 180). Schon Bernfeld a. a. O. bezeichnet dies als ״eine billige Weisheit“. Der spätere Chassidismus hat immer stärkeren Anschluß an den ״rabhinischen Fanatismus“ gefunden, und selbst ein so glutvoller Chaßid wie Aron Marcus hat in seiner Polemik gegen den Wilnaer Gaon (Verus S. 117 ff.) mehr Ruhe und Objektivität gewahrt als der Historiker.

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