Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschäftsbericht [der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums] über das Jahr 1931
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 2)
- Language
- German
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Geschäftsbericht über das Jahr 1931 187 zurück — was bei der gewaltigen wirtschaftliphen Depression als Verhältnis־ mäßig günstig bezeichnet werden kann. Weit weniger stabil sind die Subventionen der größeren Gemeinden und der Landesverbände, nicht nur, weil deren eigene Einnahmen stark zurückgegangen sind, sondern auch, weil dort die Bewilligungen vielfach von der zufälligen Einstellung der maßgebenden Persönlichkeiten und gewissen Theorien, die den Tatsachen gegenüber nicht standhalten, abhängen. Wir müssen zu unserm Bedauern, feststellen, daß die Jüdische Gemeinde Berlin ihre Bewilligung von RM. 1 0 0 0.— auf RM. 2 0 0.— herabgesetzt hat, obwohl eine sehr erhebliche Anzahl der von der Gemeinde angestellten Lehrer die Ermäßigung des Mitgliedsbeitrages in Anspruch nimmt. Ebenso hat der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden seinen Beitrag wiederum um 25% gekürzt. Desgleichen hat der Bayerische Landesverband sich genötigt gesehen, seine Subvention um 20% herabzusetzen. Die einzige Landesvertretung, die den früheren Betrag in unveränderter Höhe weiter bewilligt hat, war der Oberrat der Israeliten in Baden. Viele Gemeinden und B. B.-Logen haben, im Gegensatz zu den früheren Jahren, eine Beitragsleistung abgelehnt, andere sich mit einer erheblich verringerten begnügt. Im Ganzen betrugen die Eingänge R M. 2 0.4 2 7,6 0 gegen RM. 2 6.1 7 1,2 6 im Jahre 1 9 3 0, wozu noch RM. 1.008,05 an sichern Außenständen kommen. Wir haben angesichts dieser Ziffern sicherlich keinen Anlaß zu jubeln, aber auch keinen, schwere Klagen zu erheben. Wir verhehlen uns jedoch keineswegs, welche Schwierigkeiten uns für das laufende Jahr bevorstehen, denn wenn auch unsere Mitglieder sich vorerst treu erweisen und ihre Beiträge zum großen Teil auf die erste Aufforderung hin gezahlt haben, so müssen wir doch mit einem Ausfall von mehreren tausend Mark aus den verringerten Bewilligungen der Landesverbände und Gemeinden rechnen. Auch unsere Zinsen werden infolge der durch die letzte Notverordnung erfolgten Herabsetzung der Zinssätze um 20% zurückgehen. Im Anschluß hieran sei darauf hingewiesen, daß unsere Kapitalsanlage, die aus Goldpfandbriefen, Reichsschuldbuchforderungen und Stadtanleihen besteht, infolge der allgemein bekannten wirtschaftlichen Verliältnisse an Buchwert beträchtlich eingebüßt hat. Die erheblichen Ausfälle in den Einnahmen werden den Mitgliedern der Gesellschaft kaum bewußt werden. Ihrem Grundsatz getreu, daß alle Mittel zugunsten der Mitglieder zu verwenden sind, war die Gesellschaft bestrebt, die Minderung der Einnahmen durch entsprechende Herabsetzung der Ausgaben auszugleichen. Es ist uns schon 1931 gelungen, die Verwaltungskosten um 12y2% zu vermindern. Wir werden ferner im laufenden Jahr durch die Verbilligung der Herstellungskosten der Monatsschrift und die Versendung der Inlandsexemplare durch das Postzeitungsamt nennenswerte Ersparnisse erzielen. Wir werden freilich, da der Bücherabsatz, wie allgemein, auch bei den Veröffentlichungen der Gesellschaft gelitten hat, mit der Herausgabe neuer Werke sehr vorsichtig sein. Der Erlös aus dem Verkauf von Veröffentlichungen der Gesellschaft