Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Benjamin Disraeli, Juden und Judentum
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 2)
- Language
- German
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153 Benjamin DisraeLi, Juden und Judentum verfolgt, bei aller Anerkennung und Würdigung seines Helden, eine bestimmte Tendenz, nämlich zu zeigen, daß ein Jude nie gänzlich in seinem Wirtsvolke heimisch werden kann. Andre Manrois: La Vie de Disraeli (Paris 1827) gibt eine flüssig geschriebene, bisweilen romanhaft anmutende Darstellung von Disraelis Leben. Boris Segalo witsch: Benjamin Disraelis Orientalismus (Berlin 1930) stellt sich in einer gut fundierten Arbeit eine eng begrenzte Aufgabe, bringt aber auch vieles, was damit nicht zusammenhängt. Die Bibliographie ist wertvoll und wird durch eine systematische und ausführliche noch ergänzt werden. Im folgenden soll nicht vom Staatsmann als solchem, auch nicht vom Dichter und Schriftsteller die Rede sein. In beiderlei Hinsicht steht das Urteil über Disraeli genügend fest. Als politischer Schriftsteller wird er stets eine geachtete Stellung in der englischen Literatur einnehmen, auf Grund vor allem seiner drei Romane Coningsby, Sybil, Tancred, der berühmten Trilogie (vgl. The Cambridge History of English Literatlire XIII, 345 ff.). “Disraeli est le createur, et le seul representant du roman politique“ (Louis Cazamian: L e Roman Social en Angleterre, Paris 2 1904). Und was den Politiker Disraeli betrifft, so weisen war darauf hin, daß er der Gründer der heutigen englischen konservativen Partei, der Vater des demokratischen, des sozialen Toryismus, daß er, trotz mancher Fehlschlage, nach dem Urteile Buckles “the greatest of our statesmen since the days of. Chatham and of Pitt“ (VI, 647) ist. Der kritische Raymond hält ihn für “the one unquestionable genius of his age among the statesmen of England“ (S. 362). Auch Brandes bejaht die Frage, ob er ein großer Staatsmann ist. ,,Ich selbst habe für diesen genialen Staatsmann Disraeli, welcher in seiner Verbindung von Kühnheit und Fähigkeit, Phantasie uild Weisheit in der Geschichte einzig dasteht, immer eine besondere Bewunderung empfunden.“ (Reichskanzler von Bülow. In Eckardsteins Lebenserinnerungen und politische Denwürdigkeiten; angeführt bei Julius Goldstein: ,,Rasse und Politik“ 4 1925.) Und wir möchten darauf aufmerksam machen, daß, im Gegensatz zu seinem großen Antagonisten Gladstone, der bereits der Geschichte, d. h. der Vergangenheit, angehört, die Erinnerung an Disraeli