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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 2 · p. Seite 121

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
Date
1932-01-01
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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A. Kaminka: Beitr. z. Erklär, d. Esra-Apokalypse 11. z. Äelconstr. usw. 121 Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes. Von A. Kaminka. I. Der hebräische Urtext und die Frage der Einheitlichkeit des Buches. Doppelt verschüttet liegt der gedankenreiche, dichterisch, philosophisch und religionsgeschichtlich bedeutsame Inhalt des zumeist ,,IV. Buch Esra“ genannten Apokryphenbuches. Vom ursprünglichen Texte, der nach übereinstimmendem Urteil der zahlreichen Gelehrten, die sich in neuester Zeit mit dem Buche gründlich befaßt haben, nur hebräisch gewesen sein kann, ist keine Spur geblieben1. Aber auch die griechische Übersetzung, die wahrscheinlich die Mutter aller vorhandenen jüngeren Versionen 1 Früher hatten G. Volkmar, Prof, der Theologie in Zürich, in seinem ,,Handbuch der Einleitung in die Apokryphen“, 2. Abt., Das vierte Buch Esra, Tübingen 1863, und Hilgenfeld in ,,Messias Judaeorum“, Leipzig 1869, auf Grund ihrer allerdings ebenfalls sehr gründlich geführten Untersuchungen, bestimmt das Griechische als Original angenommen. Der Erstgenannte war davon so überzeugt, der Verfasser sei ein zwar hebräisch denkender, aber in hellenistischem Dialekt schreibender Autor gewesen, daß er Ewalds Vermutung eines hebräischen Urtextes als ,,reinen Schwindel“ bezeichnete (S. 328). Aber nach Well hausen, Skizzen u. Vorarb., VI, 1899, S. 234, hat Gunkel in Kautzsch, Apokr. u. Pseudep., 1910, II, 333, besonders durch das frappante Beispiel des erhaltenen Zitats dkyjfrsia für ,,veritas t e s t i f i c a t u r“, beides auf עמדת לער^ gelesen ילעל zurückführbar, überzeugend die hebräische Quelle nachgewiesen. Vi 0 1 e t hat dann in seinem groß angelegten Werke über unsere Apokalypse (Die griech. christl. Schriftsteller der ersten drei Jahrhunderte, Bd. 18, 1910, und Bd. 32, 1924, die wir als Violet I u. II zitieren) die zahlreichen Argumente für das hebr. Original übersichtlich zusammengestellt. Charles, The Apocrypha and Pseudepigrapha, II, Oxford 1913, ist derselben Ansicht, daß eine große Anzahl divergierender Lesarten ,,can best be explained by the hypothesis of corruption in the original Hebrew text“ (S. 549). Einige Beispiele von Mißverständnissen der hebr. Vorlage werden ferner von F. P e r 1 e s, OLZ, 1923, 450—452 gegeben. Wir werden in einem besonderen Abschnitt eine große Anzahl weiterer Beispiele anführen, die zugleich mit einer neuen Erklärung des Textes zeigen werden, wie manche Stellen nur durch eine Verkennung des Wortsinnes im Hebräischen und z. T. durch Verwechslung verwandter Schriftzeichen, wie :—ה—ח ,ג, vom griechischen und nach ihm vom lateinischen Übersetzer verdorben wurden.

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