Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 469 (sequence 3)
- Language
- German
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469 uns der Werdegang Ember’s, dessen wissenschaftliche Bedeutung, sein tragisches Ende und der wissenschaftliche Wert seines posthumen Werkes hervorgehoben wird. Dann folgt in Kursivschrift die eigentliche Arbeit Ember’s, soweit diese in den aus der Feuersbrunst geretteten Ueberresten zur Verfügung stand. Diese gliedert sich in einer Zusammenstellung der seit 1844 bis 1923 inkl. auf dem Gebiete des Verwandtschaftsverhältnisses zwischen der Sprache der alten Aegypter und den Sprachen des semitischen Sprachzweiges veröffentlichten Literatur (S. IX—XIV); diesem folgt (XV—XXI) eine erläuternde Liste der im Texte angeführten Abbreviaturen, dann (XXII bis XXVII) einige einleitende Bemerkungen, und nun folgt auf 118 Oktavseiten (1—118) das in der üblichen alphabetischen Reihenfolge geordnete Material. Dabei sind überall dort, wo der Originaltext durch das Feuer gelitten hat, die entsprechenden Lücken gemäß den von Ember in seinem Manuskript sonst angewandten Methoden in erkenntlicher Weise ergänzt worden., wofür Frl. Dr. Behnk nur Dank gebührt. Hier, in dieser Zeitschrift, die der Geschichte und der Wissenschaft des Judentums gewidmet ist, erübrigt es, des Näheren einzugehen, da ja im vorliegenden Werke nicht bezweckt wird nachzuspüren, wie etwaige hebräische oder sonstige semitische Ausdrücke auf entsprechende ägyptische zurück zu führen sind, sondern die B e - Ziehungen des Aegyptis chen zu den Sprachfamilien der Semiten aufzudecken und zu erläutern beabsichtigt. Aber Dank, großer Dank gebührt auch unsererseits sowohl dem Frl. Dr. Frida Behnk, das keinerlei Mühe scheute, aus den Ueberresten des Origmalmanuskriptes Ember’s, ergänzt nach dessen älteren Arbeiten, die Wissenschaft in edler Weise zu fördern, als auch unserem Kollegen Sethe, der zu diesem Streben mit seiner wissenschaftlichen Autorität den Anstoß gab. Und diesem tiefempfundenen Danke wollen wir hier Ausdruck geben, mit dem Wunsche, daß dieses posthume Werk Aaron Ember’s überall dort, wo der altägyptischen Sprache oder den Sprachen der semitischen Sprachfamilie näheres Interesse entgegen gebracht wird, Eingang und gebührende Beachtung finden möge. Budapest. _ Ed. Mahler. Jacob Obermeyer: Die Landschaft Babylonien im Zeitalter des Talmuds und des Gaonats. Geographie und Geschichte nach talmudischen, arabischen und anderen Quellen. Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1929. (VIII, 362 S., 2 Ktn.) gr. 8° Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Nr. 30. RM. 16,—, geb. 18.—. Ueber die prachtvolle Leistung unseres heute über 86 Jahre alten, aber mit jugendlicher Frische arbeitenden Jacob Obermeyer schrieb ich in der ״Orientalistischen Literaturzeitung“ 1930, Nr. 6, Sp. 451—454, wobei die Vorzüge dieser Bearbeitung des talmudischen Materials gegenüber den früheren Bearbeitungen besonders hervorgehoben worden sind (vgl. auch die Besprechung S. Assafs in Kirjath Sepher VII 61). Diese neue Geographie Babyloniens, eines Kenners des Landes aus Autopsie, ist ein unentbehrliches Hilfsbuch beim Studium des babylonischen Talmuds und vieler gaonäiseher Responsen, ferner der Reisebeschreibung Benjamins aus Tudela, und hat mit Recht unter den Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums Platz gefunden. Die Kapitelüberschriften: I. Einleitung; II. Verkehrswege zwischen Palästina und Babylonien; III. die Grenzen B.s; IV. Wanderungen durch Assyrien und B. den Tigris entlang; V. Wanderungen durch B. längs des Euphrat. Pumbaditha — zeigen nur das Gerippe der Beschreibung und lassen kaum die Fülle des in ihr Gebotenen ahnen, worüber übrigens mehrere gut bearbeitete Register orientieren. Zwei Landkarten stellen die wichtigsten topographischen Ergebnisse kartographisch dar. Zwei kleine Bemerkungen (manche Ausstellungen wurden a. a. O, gemacht) möchte ich nicht unterdrücken. S. 139 f. wird angenommen, das Arbel ארבאל, wo der Exilfürst Hiskija beerdigt wurde, sei das babylonische A. — Assaf hat schon a. a. O, auf die Unhaltbarkeit dieser Annahme hingewiesen. Da sie jedoch auch sonst in der Literatur wiederkehrt (vgl. z. B. K r a u ß in dieser Monatsschrift 1917, 14 f.), so möge auch auf die Widerlegungen hingewiesen werden; vgl. meine Ausführungen in ״Israelit. Monatsschrift“ 1910,