Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 2)
- Language
- German
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468 der Zeitschr. für ägyptische Sprache, zum Teil in der Orient. Literaturzeitung, dann in den John Hopkins Uni versity C i r c ul a r s und im Journal of the American Oriental Society erschienen sind, in meisterhafter Weise gepflegt. Allerdings gaben es auch schon vor ihm Männer der Wissenschaft, die auf das enge Verhältnis der ägyptischen Sprache zum semitischen Sprachstamm hingewiesen haben. Besonders hervorzuheben ist da der 1892 veröffentlichte Aufsatz Erman’s, unseres deutschen Altmeisters auf ägyptologischem Gebiete: Das Verhältnis des Aegypti sehen zu den semitischen S p r a c h e n (Zeitschr. der Deutsch. Morg. Ges. Bd. 46, 93—129), in dem auf Grund des grammatischen Baues der ägyptischen Sprache nachgewiesen wurde, ,,wie sehr der Bau des Aegyp tischen dem der semitischen Sprachen ähnelt“, und in einer ״Liste ähnlicher ägyptischer und semitischer Worte“ hat er darzulegen versucht, wie sehr man bei genauer Prüfung den ״Eindruck“ gewinnt, ״daß das Aegyptische mit den semitischen Sprachen verwandt ist.“ Und wenn auch schon vorher Männer, wie Theodor B e n f e y und insbesondere Heinrich B r u g s c h sich um dieses Gebiet der Wissenschaft große Verdienste erworben hatten und es auch sonst nicht an Männern gemangelt hat, die dieses Gebiet der Forschung gepflegt haben (wie F. Galice, Fritz Hommel u. a.), müssen wir doch Erman’s Arbeit — so bescheiden er auch dieselbe hinzustellen beliebt, indem er sagt: ״Ich beabsichtige nichts, als den Semitisten Gelegenheit zu einem eigenen vorläufigen Urteile zu geben“ —־ als impulsgebenden Motor für weitere Untersuchungen betrachten. Und wer wäre berufener gewesen, diesem Impulse Folge zu leisten, als Prof. Ember, der — wie sein Meister und Lehrer auf dem ägyptologischen Gebiete im Vorwort zur vorliegenden Schrift hervorhebt — ,,von Haus aus Semitist und speziell ein ausgezeichneter Kenner der hebräischen Sprache war, die er wie seine Muttersprache beherrschte und als solche betrachtete“? Schon seine Erstlingsarbeit auf diesem Gebiete, die er im Jahre 1911 in den Spalten der Zeitschr. f. ägypt. Spr. (siehe dort Bd. 49, 87—94) veröffentlichte, bekräftigt die Worte Sethe’s. Und diese Arbeit setzte er 15 Jahre hindurch mit steigender Kraft fort; die Resultate derselben sind teils in den Spalten der genannten Zeitschrift, zum Teil aber auch in anderen fachwissenschaftlichen Zeitschriften niedergelegt. Nun ging er daran, das von ihm mit besonderer Liebe und Muße aufgearbeitete Material in einem eigens dieser Aufgabe gewidmeten Werke zusammenzufassen, es soll sogar das ganze Werk schon druckfertig abgeschlossen gewesen sein, da trat die schicksalsschwere Wendung ein: einer Feuersbrunst, die seinem Leben sowie dem seiner Gattin und dem seines jüngsten Kindes ein jähes Ende bereitete, ist auch sein bereits abgeschlossenes Lieblingswerk zum Opfer gefallen, und nur ein Bruchteil davon ist gerettet worden, und dieser Teil bildet die Grundlage des vorliegenden Werkes, dessen Veröffentlichung die Wissenschaft neben dem vornehmen Bestreben der Alexander Kohut Memorial Foundation hauptsächlich den Bemühungen unseres wackeren Meisters auf dem Gebiete der Aegyptologie, des würdigen Nachfolgers Erman’s auf dem Berliner Lehrstuhl für ägyptische Sprache und Altertumskunde, Prof. Kurt Sethe, verdankt. Sethe hat in pietätvoller. Erinnerung an seinen einstigen Schüler sich der mühevollen Aufgabe unterzogen, um für die Veröffentlichung des den Feuerflammen entrissenen Restes der wertvollen Arbeit Ember’s Sorge zu tragen. Und nachdem er — wie er selber berichtet — ״in dem Frl. Dr. phil. Frida ׳Behnk, einer Schülerin von Adolf Er man, die sich viel mit semitischen Sprachen beschäftigt und bereits selbst auch im Sinne der Ember’schen Forschungen gearbeitet hatte, eine geeignete Kraft gefunden zu haben“ glaubte, betraute er diese mit der keineswegs leichten Aufgabe, aus den geretteten Fragmenten ein Werk herzustellen, daß das Lebenswerk Ember’s einigermaßen wenigstens für die Wissenschaft zu retten berufen sein möge. Und wir müssen freudigst und. aufrichtig bekennen, daß Fr 1. Dr. Behnk diese nicht leichte Aufgabe zur vollen Zufriedenheit gelöst hat. Das nun vorliegende Werk zerfällt in folgende Teile: Nach einer kurzen Einleitung, die uns die Ziele der ״Alexander-Kohut-Gedächtnisstiftung“ vor Augen führt, folgt das von Prof. Kurt Sethe geschriebene ״Vorwort“, in dem