Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den neueren Ausgaben halachischer Midraschim
- Date
- 1931-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Za den neueren Aasgaben halachischer Midraschim. Von Ghanoch Albeck. Die von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Angriff genommene Ausgabe eines Corpus Tannaiticum macht nun langsame Fortschritte. Jetzt liegt der zweite Band, die Mechilta d’ R. Ismael1 * * vor. S. Horoyitz, der Bearbeiter des Sifre und SifreZuta zuNum., übernahm auch die Edition der Mechilta. Er konnte noch vor seinem allzufrühen Tode das Ms, zu Ende führen und etwa die Hälfte des Druckes besorgen. Nach seinem Ableben führte I. Rabin die Edition fort. Er hat die Anmerkungen ergänzt und — nach Vorwort — zum Teil umgearbeitet. Vom 15. Bogen ab wurde von ihm der Variantenapparat selbständig bearbeitet. . Dem Text wurde anscheinend vorwiegend die Ausgabe der Mech. Venedig, 1545, zugrunde gelegt. Für den Variantenapparat und hierund da auch zur Berichtigung des Textes wurden drei Handschriften (Oxford, München und das Ms. Midrasch Chakhamim mit der gekürzten Mech.), die anderen Drucke und die Mechilta-Exzerpte bei den mittel״ alterlichen Autoren benutzt. Im Kommentar wird auf die Parallel״ stellen hingewiesen und neben eigenen Erklärungen ein Auszug aus den anderen Kommentaren mit der nötigen Kritik geboten. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Festsetzung desTextes und vornehmlich im kritischen Apparat. Die Feststellung eines ursprünglichen Textes läßt sich bei rabbinischen Werken auf Grund der Handschriften im allgemeinen nur schwer durchführen. Denn die Abschreiber haben die Texte nicht bloß kopiert, sondern auch ,,gelernt'4 und erklärt; sie haben die Bücher nicht aus einer Handschrift abgeschrieben, sondern mehrere Lesarten mit einander kombiniert. Die Handschriften lassen sich daher schwer in Gruppen teilen und in ein AbhängigkeitsVerhältnis zueinander bringen. Eine Lesart, die in ganz verschiedenen Handschriften erscheint, könnte trotzdem auf eine und dieselbe Handschriftengruppe zurückgehen und mehrere Mss. geben somit nur einen Textzeugen ab. In unserem besonderen Falle, bei der Mechilta, muß außerdem zwischen den Lesarten in der eigentlichen Mech. und in der Exzerpten bei Lekach Tob, Sechei Tob (und Wehizhir) unterschieden werden. Letztere haben ihre Erklärungen aus der Mech. geschöpft, ohne aber immer ihren Wortlaut treu bewahren zu wollen. Es ist manchmal auch schwer festzustellen, wo der eigentliche Text aufhört und der Kommentar beginnt. Ueber die Handschriften und ihr Verhältnis zu den Drucken erfahren wir aus der Ausgabe leider, ebenso wie beim Sifre zu Num., nichts Näheres. Rabin verspricht eine hebräische Einleitung zur Mech. herauszugeben, wo er auch über diese Frage zu 1 קובץ מעשה התנאים. מערכה שלישית מדרשי התנאים/ חלק ראשון מכילתא/ מחברת ראשונה מכילתא דרבי ישמעאל ... עם חלופי גרסאות והערות מאת חיים שאול האראוויטץ ואחרי פטירתו נערכו והושלמו על ידי ישראל אברהם רבי. j. Kaufmann, Frankfurt a. M., 1931 (359 S.) 8°, 42 Mk. Monatsschrift, 75• Jahrgang, 26