Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 2)
- Language
- German
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392 nicht hervorgerufen worden wäre, da nach Mischna Sehekalim IV 2, die Kosten der Wasserleitung auch der Stadt aus dem Tempelschatz zu hestreiten sind. Jerusalem. S. Klein. Pfister, Die Religion der Griechen und Römer mit einer Einführung in die vergleichende Religionswissenschaft. Darstellung und Literaturbericht (1918 bis 1929/30). Leipzig, Reisland, 422 Seiten. Die ebenso fleißige wie kritische Uebersicht bietet unseren Lesern Beachtenswertes namentlich im 1. Kapitel (Prinzipienfragen der Religions- Wissenschaft) und im 8. (Die hellenistische Zeit und das Christentum), insbesondere Abschnitt V (Problem der Erlösungsreligion), VII (Antike Apokalyptik und Vergils 4. Ekloge), VIII (Judentum und Christentum). Auch aus dem Gebiete der Bi bei Wissenschaft sind wichtige Neuerscheinungen herangezogen; ausgezeichnete Register ermöglichen das Nachschlagen. Wesentliche Lücken sind mir nicht aufgefallen; jüdisch-wissenschaftliche Zeitschriften sind ausgiebig benutzt. I. Heinemann. Wohlgemuth, Josef: Das Tier und seine Wertung im alten Judentum. Frankfurt a. M., Kauffmann, 1930, 150 S. 4 Mk., gbd. 5.50 Mk. Wohlgemutbs Thema ist schon vor ihm behandelt worden. Ein bescheidener, aber sehr gut gemeinter Versuch stammt von Albert Löw aus Holleschau, der vor einigen Jahren hochbetagt in Wien starb. Sein ,,Tierschütz im Judentum“ erschien 1891 in Budapest in zweiter Auflage. 1905 hat Ernst Heilborn sein dichterisch schönes Büchlein: ,,das Tier Jehovahs“ geschrieben, das wohl infolge der Transkription des Tetragramms in jüdischen Kreisen übersehen wurde. Heilborns Schrift zeigt tiefes Eindringen in die Bibel und offenen Sinn für das Naturgefühl, das sich in ihr äußert. Wohlgemutbs Werk, eine Erweiterung seiner Aufsätze im Jeschurun XIV—XVI, bietet den Stoff in reicher Fülle und verteilt ihn mit anerkennenswerter Geschicklichkeit auf die einzelnen Kapitel. Unbeschadet seines wissenschaftlichen und apologetischen Wertes ist es durch seine wohltuende religiöse Wärme ein empfehlenswertes Erbauungsbuch. Jedenfalls erreicht es bei dem unbefangenen Leser den Zweck, den W. im Auge hatte: man soll erkennen, daß die liebevolle Wertung des Tieres uraltes jüdisches Gut ist. Die Darstellung gliedert sich in drei Kapitel. 1. Das Wesen des Tieres und seine Beurteilung durch das alte Judentum. 2. Das Leid des Tieres. 3. Einfühlung in das Empfindungsleben des Tieres. Die Einleitung geht auf die einschlägigen Fragen in nicht jüdischen Kreisen ein und wendet sich S. 14 zu den jüdischen Quellen. Hier wäre manchmal Außerjüdiches zu beachten gewesen. So z. B. bei der strafrechtlichen Verantwortung des Tieres S. 23 die reiche Literatur über diese Frage, die S. P. Ostern 1908 in der Ethnograph!a (Budapest, SA 12) behandelt hat. Hierher gehören z. B. Amira, Tierstrafen und Tierprozesse, 1891; C a r 1 o d’ Add osio, Bestie delinquenti, Neapel 1892; L. Evans, The criminal prosecution and Capital punishment of animals, London 1907. Was diesbezüglich berichtet wird, stammt neben folkloristischen Quellen zum Teil aus dem biblischen Gesetze. — W. hat die tierfreundlichen Beziehungen wohl erschöpfend gesammelt. Vereinzelt finden sich auch befremdliche Vorschriften, z. B., wenn einer der Opfervögel eines natürlichen Todes sterben soll und man ihn verhungern läßt (Neg. 14, 5). Auf Einzelheiten der Tierkunde geht W. natürlich nicht ein und verweist für sie auf das. nur noch als Materialsammlung verwendbare Werk Lewysohns. Als sachliche Einzelheit hätte bei dem Spricbworte: ,,nach dem Kamel richtet sich die Last“ darauf verwiesen werden müssen, daß das Sprichwort erst schlagend wird, wenn man weiß, daß das Kamel, das ja zur Belastung niederkniet, garnicht erstaufsteht, wenn es überladen wurde. Die Aus drucks weise W.s ist zuweilen ein wenig salopp. Bringen im Sinne von anführen z. B. gehört dem Jargon an. Eine Zeitung bringt eine Nachricht, die Quelle aber bringt sie nicht, sondern führt sie eventuell an. Das Wort ist die Uebersetzung von הביא. Sanders kennt es in der Bedeutung nicht. Man kann wohl sagen: der Rambam ״brengt“, aber kaum: Brehm bringt S. 22 Z. 2. (Ebenso bringen, gebracht S. 95 Z. 3, S. 126 Z. 16, S. 145 n. Z. 9.) Sagt man bringt statt brengt, so ist das noch lange nicht hochdeutsch. Sonstige Unebenheiten: S. 5 Z. 3 herausgehoben