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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 386

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 386 (sequence 3)
Language
German
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386 Zugeständnis und Vers tändli chm ach ung des jüdischen Gottesbegriffes für die Perser. Zu bemerken ist dabei, daß in Jon 19 derselbe Ausdruck in anderem Zusammenhänge und Sinn gebraucht wird. — S. 51 ff. einleuchtende Er־ klärung des Wortes פרש aus der Uebung der persischen Reichs Verwaltung. Anzunehmen ist, daß Esra aus der Thora in der Ursprache vorgelesen und das Vorgelesene dann hat übersetzen lassen. Zum mindesten hat der Chronist in seinem Bericht diese spätere Uebung vorausgesetzt. Aus der festgestellten Bedeutung von פרש erschließt Schaeder eine neue Bedeutung von שם המפירש als des ״interpretierten“, das heißt anders gelesenen als geschriebenen Gottesnamens. Damit würde die Ersetzung des Tetragramms durch אדני nicht erst aus hellenistischer, sondern ebenso wie ״Gesetz“ bereits aus persischer Zeit stammen. Diese sehr einleuchtende Vermutung erfordert und verdient genähere Untersuchung. — S. 55 ff. Die Ueberlieferung, daß die Einführung der Quadratschrift auf Esra zurückgeht, stützt Schaeder mit neuen Argumenten. Die zahlreichen Einzelbeobachtungen des Verfassers sind nachzuprüfen. Das Ganze ist ein überaus dankenswerter Beitrag zum Verständnis einer großen, vielfach nicht genügend gewürdigten Persönlichkeit und Zeit. Breslau. Hermann Vogelstein. Neuere Josephusschriften. 1. Wilhelm Weher: Joscphus und Vespasian. Untersuchungen zu dem Jüdischen Krieg des Flavius Josephus, Verlag von W. Kohlhammer, Stuttgart 1921. Eine sorgfältige Analyse eines historischen Werkes wird über die Gedankengänge des Verfassers und seine Quellen reichen Aufschluß geben. Diese Erkenntnis hat Weber veranlaßt, den Jüdischen Krieg genauer zu untersuchen, er hat dabei Resultate erzielt, die dankbar angenommen werden dürfen und die zeigen, daß die persönliche und schriftstellerische Art des Josephus noch der letzten Erforschung harrt. Das Problem ist einfach: Liest man den Jüdischen Krieg, so wird man an sehr vielen Stellen zu der Erkenntnis gelangen, daß nicht nur Erlebtes in ihm dargesteilt ist, sondern daß J. auch eine — oder mehrere — Quellen benutzt hat. Diese zu finden, ist die Grundfrage des vorliegenden Buches. Ihr wird eine wertvolle Frage vorausgeschickt, die 58 Seiten lange Einleitung weist schon in Andeutung auf. die Ergebnisse. In ihr finden wir Untersuchungen über die historischen Begriffe der aX7jÜ£1a und axpißeia bei J., Thukydides und sonst, hier werden wir mit den Zuständen, den Erwartungen und Hoffnungen des Orients bekannt gemacht und so zu den jüdischen Kriegs- und Friedensparteien geführt. Hier dürfte am wichtigsten die Auseinandersetzung über die prodigia und omina sein, die J., Tacitus, Sueton und die jüdische Ueberlieferung bringen. Suetons ״esse in fatis ut eo tempore Judaea profecti rerum potirentur“ (Vesp. 4, 5), Tacitus’ excedere deos . . . pluribus persuasio inierat ut Oriens valesceret profectique Judaea rerum potirentur (hist. V. 13), Josephus5 Worte ״den Hauptanstoß zum Kriege aber gab ein zweideutiger Orakelspruch, der in gleicher Weise sich in den heiligen Schriften findet, daß nämlich um diese Zeit Einer von ihnen die Oikumene beherrschen wird . . . Das Orakel wies auf die Hegemonie Vespasians hin, der in Judea zum Imperator ausgerufen wurde“ (bellum VI, 312), gehören zusammen. (Ueber die Quellenfrage bei Weber weiter unten, ferner nach Heinemann, Pauly— Kroll, Realenzyklopädie Suppl. V, 23 f. auch MGWJ 74 (1930), S. 122, 2). Dazu kommt natürlich die Prophezeiung des Josephus, wonach Vespasian Kaiser werden müsse, die sich ähnlich in der rabbinischen Literatur findet, was Weber entgangen ist.) In dieser Liste trennen sich Tacitus und Sueton insofern, als sie zwei Herrscher nennen, J. aber nur einen. Die Inhaltsangabe, die J. I, 17—30־ für sein Werk gibt, stellt die Urquelle dar, die dem Flavischen Haus und seiner Geschichte gegolten hat. Hier verkündet auch J., daß sein Werk ,,ein eigener organischer Bau“ sei. Um ihn hier zu prüfen, untersucht W. die Stoffeinteilung des . Werkes, das ungleichen Aufbau zeigt. Auch von hier folgt, daß nicht eigenes Erleben allein im Werke erzählt wird, sondern daß Quellen benutzt werden. Natürlich die Vorgeschichte, die auch in antiquitates steht, stammt aus keiner für das bellum sonst in Betracht kommenden Schrift. Dieser Anfang mit dem Eingreifen des Antiochus Epiphanes (I, 31) in die jüdischen Verhältnisse und der Schluß zeigen das Grundmotiv des Werkes, in welchem unter Hinzuziehung von Motiven aus dem AT hier Titus gerecht-

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