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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 370

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Inschriftliches aus Jaffa
Date
1931-01-01
Page
Seite 370 (sequence 2)
Language
German
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370 befindlichen Originalen einiger hebr.-aram. Inschriften gemacht wurden. Eine Inschrift (Nr. 5) erscheint im genannten Hefte zum erstenmal. Sind auch die neuen Lesungen und Erklärungsversuche, die der Herausgeber bietet, m. A. nach zumeist nicht gerade glücklieh zu nennen, — so verhilft seine Publikation uns durch die guten Abbildungen zur richtigen Erkenntnis des Inhaltes einiger dieser Inschriften. Die Inschrift Nr. 1 ist völlig klar und gut lesbar, und es ist geradezu unbegreiflich, wieso der neue Herausgeber behaupten kann: ,,Das letzte Wort (in Zeile 2) ist so lässig geschrieben, daß kein einziger Buchstabe sicher erkennbar ist'/' In Wirklichkeit zeigt Fig. 1 auf Seite 7 deutlich זיכרונו (für זכרונו), das natürlich mit לברכה der folgenden Zeile zu verbinden ist. Es ist die alte Segensformel, die sich schon bei Ben Sira 46, 11 findet: יהי זכרם לברכה, dann in der Barajta Kidduschm 31b: זכרונו לברכה לחיי 1העולם הבא. Diese Inschrift bezw. ihre linke Hälfte ist mir übrigens auch aus einer im Bezalel-Museum in Jerusalem auf bewahrten Kopie bekannt, die gleichfalls deutlich זיכרונו zeigt. Ueber die Person des darin genannten יודן ברה דרבי סרפון בירכי s.meinCorp. Inscr., 39 f. Der in der Inschrift genannte Gelehrte gehört, wie ich vermute, dem 3. Jahrhundert an, und heißt in j. Orla I 3 (61 a) יודן בר- טריפן n; wohl kurz auch ר׳ ירדן ך;םו Wajikra r. 20, § 10. Der Vorschlag Pedersen's statt שק לוד — זיכרונו (od. יפו) zu lesen, ist jedoch durch Nr. 2 beeinflußt worden, die er Clermont- Ganneau folgend, also liest: הקבר הזה שלרב יורן הכהן ברב נוח נפש שכן לוד Oberhalb und unterhalb der hebr. Inschrift liest man in griechischer Schrift: PABVOAÄs (so!) YI0C IWNA/0A. Der darin genannte Rab (so!) Judan soll Bürger von Lydda sein. (Aehnlich Li dzbarski, Ephaemeris III, 190: ,,Einwohner von L.") Ich glaube jedoch bezweifeln zu dürfen, daß שכן irgendwo in der Mischnaspräche Bürger oder Einwohner bedeuten würde1 2. Das Wort hat bekanntlich den Sinn von ,,Nachbar''3. In Wirklichkeit steht aber in der Inschrift Nr. 2 nicht שכן, sondern שבן: das מ freilich etwas lässig geschrieben, aber in einer Form, wie wir sie bald auch in Nr. 4 zweimal kennen lernen werden. Ich lese nun die zwei letzten Worte von Zeile 3: שמן לוד ,,der aus Lod“. Es ist eine hebraisierende Formel, der aus dem Talmud und Midrasch wohlbekannten aramäischen Wendung 1דמן עכו ,דמן יפ und dgl. nachgebildet4. 1 Vgl. C h a j e s, Jüdisch-indische Grabinschriften (A. Nr. 4), S. 12. 2 Aus der Bibel werden für die Bedeutung ,,Bewohner“, ,,Einwohner“ bei Gesenius ■ Buh l17, 828 b Jes 3324 Hos 10 angeführt. 3 In der Mischna-Konkordanz Kass 0 ws ky’s p. 1715 durch neun Stellen aus der Mischna belegt, während das Wort in der Bedeutung ,,Bürger“ oder ,,Einwohner“ einer Stadt sich nirgends findet. M. Schekalim werden geradezu 1בכ$ und *בן עירו nebeneinander genannt. 4 Vgl. Gorp. Inscr. S. 38, Nr. 111.

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