Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Vulliauds Übersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 16)
- Language
- German
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362 wiesen zu haben, ließ aber die als selbständige Schrift frisierte ursprüngliche Disposition und Stichwortanordnung unverändert. Jedenfalls scheint sich die literarische Struktur des S. Z. so auf die einfachste und die übrigen kritischen Data am besten berücksichtigende Weise zu erklären. _ (Schluß folgt) Das jüdische Schulwesen in Palästina. Von Dr. Ernst Simon, Haifa. 1. Statistische Grundlagen und Organisationsiormen. Es ist zweckmäßig, das jüdische Schulwesen in Palästina nicht isoliert zu betrachten, sondern wenigstens als Hintergrund die Verhältnisse bei den Arabern mit ins Bild zu ziehen. Dann ergibt sich, daß von den etwa 140 000 arabischen Kindern nur 40 000, also 28%, die Schulen besuchen. Ein Schulbauprogramm der Regierung, insbesondere für die Fellachendörfer, wurde zur Zeit des ersten Oberkommissars Sir Herbert Samuel in Angriff genommen und seitdem nicht weiter wesentlich gefördert. Trotzdem bleibt die Tatsache bestehen, daß beinahe das gesamte arabische Schulwesen in den Händen der Regierung ist — wenn wir von den meist höheren Lehranstalten der Mission absehen — von ihr budgetiert und von ihrer Erziehungsabteilung aus beaufsichtigt wird. Auch der Nachwuchs der künftigen Lehrer wird in zwei Regierungsseminaren bereitgestellt. Ganz anders ist das Bild auf jüdischer Seite. Zunächst einmal besteht hier ein beinahe hundertprozentiger Schulbesuch, jedenfalls während einiger Jahre des — in Europa — ,,schulpflichtigen“ Alters, obwohl ein gesetzlicher Schulzwang nicht existiert. Das Schulwesen aber ist wesentlich autonom: es gibt keine einzige jüdische Schule, die als Regierungsschule anzusprechen ist. Zwar behält sich das Erziehungsdepartement der Mandatarmacht, das auch eine jüdische Abteilung besitzt, gewisse Aufsichtsrechte vor, die es im Einvernehmen mit der Erziehungsabteilung der Jewish Agency ausübt, auch wird eine jährliche Subvention gezahlt, die dem prozentualen Anteil der jüdischen Bevölkerung entspricht, aber prinzipiell und faktisch, sowie in der Hauptsache materiell steht doch das jüdische Schulwerk auf eigenen Füßen und ist in bezug auf Lehrpläne, Lehreremennung, -besoldung und -entlassung völlig selbständig. Einer der ständigen Streitpunkte zwischen jüdischem Schulwerk und Regierung betrifft eben die Höhe der Regierungssubvention, die nach Meinung der Juden nicht nach der Prozentzahl der Bevölkerung, sondern nach der Kopfzahl der jüdischen Schüler zu bemessen wäre. Doch erscheint das Argument der Regierung, daß sie ihre Mittel in paritätischer Weise dem analphabetischen Teil der Gesamtbevölkerung zuwenden müsse, prinzipiell berechtigt. Die etwa 30 000 jüdischen Schüler sind zu 66% oder mit 20 000 Köpfen im Schulwerk der zionistischen Exekutive, resp. der Jewish Agency untergebracht; der Rest verteilt sich auf Schulen der Alliance Israelite Universelle, der Anglo-Jewish Association, mit nur z. T. hebräischer, z. T. einer europäischen Unterrichtssprache, der Agudath Jisrael und auf private Jeschiwoth und Chadarim. Leider besuchen auch 620 Schüler die Missionsschulen; nur 50 gehen in die arabischen Regierungsschulen.