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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 347

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Das Problem des göttlichen Willens in der Schöpfung nach Maimonides, Gersonides und Crescas
Date
1931-01-01
Page
Seite 347 (sequence 13)
Language
German
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347 die Schöpfung in der Zeit nicht zu den Grundprinzipien des Judentums gehört; und so verringert sich die Differenz zwischen Maimonides und Crescas hinsichtlich des Schöpfungsproblems auf ein Mindestmaß und konzentriert sich auf die Interpretation des göttlichen Willens als mit den wesentlichen Grundlagen, wenn auch nicht mit den Lehren des Judentums, vereinbar. Nach Maimonides muß der ewige Wille frei und keiner Notwendigkeit, wie sie auch immer geartet sei, unterworfen sein, während nach der Ansicht Crescas״ der Wille sich selbst bestimmt und eine ewige Schöpfung notwendig macht. Vulliauds Uebersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala. Von Gerhard Scholem in Jerusalem. I. Das Schicksal der Kabbalaforschung in der Geschichte der jüdischen Wissenschaft ist bekannt: der Andrang der Autoren, die nichts oder so gut wie nichts von dem Gegenstand verstanden, über den sie schrieben, kontrastierte hier von jeher in besonders seitsamer Weise mit der Zurückhaltung derer, die wenigstens im Besitz der technischen Mittel zu einer erfolgreichen Bearbeitung dieses schwierigen Gebietes waren, so wenig Sympathie sie ihm auch gewidmet hätten. Je mehr die jüdischen Gelehrten darauf verzichteten, auf Ausgrabungen in dem wahrhaft ungeheuren Trümmerhaufen auszugehen, als der die Literatur der Kabbala vor uns liegt, je weniger Kontrolle daher auf diesem Feld ausgeübt wurde, desto stärker und vor allem: desto sichtbarer traten die Versuche der Dilettanten auf, die dem immer regen Interesse mystisch interessierter Kreise die Ergebnisse ihrer spirituellen Ausgrabungen präsentierten. Solche Arbeiten sind besonders in französischer und englischer Sprache mit großen Prätentionen aufgetreten, während sie im Deutschen und Hebräischen sich nicht ganz so anspruchsvoll zu geben pflegten. Von einer ernsten Kritik solcher Schriften ist, soweit meine Kenntnis reicht, fast keine Spur zu sehen, ja man darf sogar sagen, daß der Leichtsinn, mit dem bedeutende jüdische Gelehrte phantastische und skandalöse Elaborate unkontrolliert, wenn nicht gar beifällig haben passieren lassen, viel Schaden gestiftet hat. Die französische Sohar-Uebersetzung Jean de Paulys, über die auch nicht eine einzige sachliche Kritik existiert, wohl aber viel grund- und gegenstandsloses Lob, ist ein ernstes und für die jüdische Wissenschaft keineswegs ruhmreiches Beispiel: es konnte hier geschehen, daß buchstäblich ein ganzer Band, der aus nichts besteht als aus dreisten und naiven Erdichtungen von Tausenden von Zitaten und Stellennach weisen, unbeanstandet passiert ist, und ich habe die lebhafteste Erinnerung an den Unglauben, auf den ich stieß, als ich Gelehrte, die mit diesem Werk gearbeitet hatten, auf diese Dinge hinwies.

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