Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neue Literatur über Paulus und das Urchristentum [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 8)
- Language
- German
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335 der jüdischen Gemeinden durch ihn sei weder bei noch in dieser Stadt erfolgt, sondern im syrisch־■]üdischen Zwischenland. Die Untersuchung ist oft zu scharfsinnig und preßt die Worte, um zu ihren Resultaten zu kommen. Gerhard Gloeger, Reich Gottes und Kirche im neuen Testament, Gütersloh 1929 (bei Bertelsmann 12.50 RM. geheftet, 14.— RM. gebunden) will zeigen, in wie weit im N. T. der Reichs- und Kirchengedanke vom Gottesgedanken abhängig sind. Der Verfasser behauptet u. a., daß der Gottkönigsgedanke seinen Ursprung bei Deuterojesaja habe. Die Ausführungen über das ,,Spätjudentum" sind ganz unzulänglich und schöpfen nur aus zweiter Hand. Auch ist die einschlägige Literatur nur teilweise benutzt, z. B. nie die Werke von Schweitzer, Travers Herford, G. F. Moore. Der Verfasser will mit seinen theologischen Forschungen einen Beitrag zu den im Protestantismus aktuellen Fragen geben. Interessant ist, wie er gleich allen protestantischen Gelehrten sich abmüht, das Herrenwort von Petrus, auf dem die Kirche gebaut sein soll (Mt 16, 18), in einer Weise zu erklären, daß den katholischen hieraus abgeleiteten Ansprüchen kein Raum bleibt. Das Problem des göttlichen Willens in der Schöpfung nach Maimonides, Gersonides und Crescas. Von Isidore Epstein in London. (Ans dem Englischen übertragen von R. L.) Die Frage nach dem Ursprung der Dinge: das Problem der Schöpfung, ist eines der Grundprobleme der Philosophie. Dieser ebenso fesselnde wie komplizierte Gegenstand hat niemals aufgehört, den Geist der mittelalterlichen Philosophen zu beschäftigen1; für den Religionsphilosophen war die Frage von äußerster Wichtigkeit, denn von ihrer befriedigenden Lösung hing sein religiöser Glaube ab. Die in ihr enthaltenen Schwierigkeiten waren vielseitig und zahlreich. Seit den Tagen Philos schien der wörtliche Schöpfungsbericht der Bibel, der Gott als Schöpfer in der Zeit und ex nihilo darstellt, dem philosophischen Gottesbegriff zu widersprechen. Gottes Wirken als unendliche All-Ursache schloß eine ewige Schöpfung in sich, obgleich bei den Philosophen die Frage nach dem Verhältnis Gottes zu seiner Schöpfung umstritten war. Einige2 faßten Gott als die Erste Ursache auf, als den Aristotelischen Unbewegten Beweger, und die Welt mußte infolgedessen als ebenso ewig betrachtet werden wie die Ursache, der sie entsprang3. Andere betrachteten Gott als den großen Bildner, 1 Mit Ephraim Jackson in Oliver Goldsmiths Vicar of Wakefield wäre es treffender zu sagen, daß ,,die Kosmogonie oder Weltschöpfung den Philosophen aller Zeiten Kopfzerbrechen bereitet hat“. 2 Selbstverständlich soll im folgenden die griechische Lösung des Problems nicht dargestellt, sondern nur soweit angedeutet werden, wie die folgenden Ausführungen es erfordern. 3 Aristoteles’ Ansichten über diese Punkte sind nicht ganz klar. Er selbst erklärt, daß für dieses Problem kein bündiger Beweis erbracht werden kann, vgl. Topik, I. c. 11; die Ewigkeit der Welt ist ihm nur von seinen Auslegern zugesdirieben worden, s. Moreh II, 15 und Munks Anm. z. St. Vgl. ferner Zeller, Die Philosophie der Griechen (1921) II, 2, 431—434.