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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 328

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Josef Horovitz zum Gedächtnis
Date
1931-01-01
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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328 fällt. Als er als Professor am Anglo-Mohammedan Oriental College zugleich auch Government Epigraphist for Moslem Inscriptions geworden war, glaubte er es seinem Amte schuldig zu sein, die Grundläge für die wissenschaftliche Sammlung und für die erst auf Grund eines Corpus inscriptionum mögliche Erforschung der islamischen Inschriften Indiens zu schaffen. Zu diesem Zwecke fertigte er eine den Umfang eines Buches ausmachende bibliographische Liste aller bisher zur indo-moslemischen Epigraphik verfaßten Publikationen und erschloß diese Liste durch geschickt angelegte topographische und chronologische Indices und historische Hinweise. Was diese sieben Jahre Lehrtätigkeit in Aligarh und seine früheren und späteren Reisen nach Aegypten, Palästina und Syrien ihm geboten haben, wie insbesondere Indien, sein Verkehr und sein intimer Umgang mit den führenden Köpfen der dortigen Mohammedaner ihm zum Erlebnis geworden ist, das ihn nicht nur menschlich und politisch, sondern eben deswegen auch wissenschaftlich reifen ließ, das auszuführen würde über den Rahmen dessen weit hinausgehen, was heute abend zu behandeln möglich ist. In dem von ihm geleiteten Orientalistischen Institut der Universität Jerusalem, das ihm sehr am Herzen lag, wollte er die Lehren, die sich ihm in Indien ergeben hatten, ins Leben umsetzen. Dort wollte er eine Stätte schaffen, in der wissenschaftlich die Methodik des Abendlandes die Stoffülle des Orients gestalten, und in der menschlich die jüdischen und arabischen jungen Studenten sich gegenseitig formen sollten, damit auf diese Weise aus wissenschaftlicher Forschung menschliche Werte erwüchsen. Meine Damen und Herren! Ich habe zwar nur den Auftrag im Namen der beiden gelehrten Gesellschaften, die ich Ihnen eingangs genannt habe, hier zu sprechen. Die Wissenschaft aber, wenigstens in dem Sinne, in dem Josef Horovitz sie auf gef aßt, und in der Gesinnung, in der er sie ausgeübt hat, ist eine Einheit, und so halte ich mich auch ohne besonderen Auftrag für berechtigt Ihnen zu sagen, daß nicht nur die deutschen, sondern auch die ausländischen Orientalisten in Achtung und Ehrfurcht vor seinem Werke stehen als dem eines aufrichtigen und aufrechten Dieners der Wissenschaft. Neue Literatur ftber Paulus und das Urchristentum. Von Ernst Jacob in Augsburg. Das Interesse der jüdischen Wissenschaft sollte sich nicht nur dem Stifter des Christentums und den Evangelien zuwenden, wie es schon seit geraumer Zeit geschieht, sondern auch Paulus und der ganzen Zeit zwischen Jesus Tode und dem Entstehen der katholischen Kirche. Denn hier und nicht bei Jesus hat sich die Trennung des Christentums vom Judentum vollzogen, die eines der wichtigsten Ereignisse der jüdischen Geschichte bedeutet. Hier und nicht in den Evangelien stellt sich am klarsten dar, was im Christentum jüdisch, was unjüdisch ist. In letzter Zeit erschienen eine Reihe bedeutender Werke christlicher Theologen, von denen auch die jüdische Theologie Kenntnis nehmen muß.

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