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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Josef Horovitz zum Gedächtnis
Date
1931-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Josef Horovitz zum Gedächtnis1. Von Gotthold Weil in Berlin. Die beiden gelehrten Gesellschaften, die ohne Rücksicht auf praktische Ziele und Berufsausbildung der wissenschaftlichen Erforschung des Judentums dienen, die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums und die Akademie für die Wissenschaft des Judentums, haben mich beauftragt, Ihnen, Herr Präsident, für die Einladung zu der heutigen Gedenkfeier aufrichtig zu danken. Ich persönlich rechne es mir zur besonderen Ehre an, daß ich als Vertreter dieser Institute heute abend vor Sie treten darf, um schmerzvoll zu bekennen, wie schwer unsere Gesellschaften dadurch betroffen worden sind, daß wir nunmehr nicht mehr den klugen Rat und die stets bereite Hilfe von Josef Horovitz werden einholen können. Er hat nicht bloß, wie so mancher andere, an leitender Stelle gestanden, in der Förderungsgesellschaft im Ausschuß und in der Akademie im Vorstand des Forschungsinstituts, und an der Führung der Geschäfte sich beteiligt; er hat vielmehr an den wissenschaftlichen Arbeiten selbst direkten, tätigen und persönlichen Anteil genommen durch ständige Fühlungnahme mit den für die Gesellschäften tätigen Gelehrten und ferner dadurch, daß er die Methodik und den Fortschritt der Untersuchungen überwachte und sich mit den gestellten Themen identifizierte. Doch all das, was ich soeben von seiner Verbundenheit mit unseren Instituten festgestellt habe, wird Ihnen, da ich es absichtlich im Sinne von Josef Horovitz in schlichte Worte gefaßt habe, vielleicht farblos und blaß klingen, wird Ihnen vielleicht unpersönlich erscheinen, wenn Sie es mit den warmen Worten vergleichen, die Sie soeben von meinem Herrn Vorredner gehört haben, der als persönlicher Freund und als Beauftragter der Lebensgemeinschaft zu Ihnen gesprochen hat, die ihre Mitglieder in‘besonders enger Verbundenheit und Zusammengehörigkeit als Menschen näher aneinander führt. Ein solcher Eindruck wäre aber nicht richtig. Denn auch unsere Gesellschaften bedeuteten für Josef Horovitz nicht bloß irgendwelche Vereine, denen er angehörte und für die er arbeitete, sondern auch Lebensgemeinschaften, deren Aufgaben zwar nicht in allen einzelnen Punkten, aber letzten Endes doch auch seine Aufgaben waren, deren Ziele, eben weil es sich um wissenschaftliche Ziele handelte, auch seine Ziele darstellten. Denn für denjenigen, für den 1 Am 5. Februar d. J. ist Josef Horovitz, ordentlicher Professor der semitischen Philologie an der Universität Frankfurt am Main, plötzlich verschieden. Unsere Gesellschaft und die Akademie für die Wissenschaft des Judentums, die durch den Tod dieses hervorragenden Gelehrten einen erhebliehen Verlust erlitten haben, haben sich bei der von der Marcus-Horovitz- Loge am 22. April d. J. in Frankfurt veranstalteten Trauerfeier durch ihr Vorstandsmitglied Prof. Dr. Gotthold Weil vertreten lassen. Seine bei dieser Gelegenheit gehaltene Ansprache, die die wissenschaftliche Persönlichkeit von Josef Horovitz würdigt und einem weiteren Kreise nahezubringen sucht, gelangt hier zum Abdruck. Schriftleitung der MGWJ. Monatsschrift, 75. Jahrgang. 21

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