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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 313

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 4
Article
Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler in den Rheinlanden [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 313 (sequence 3)
Language
German
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313 Illustration die Verfasserin in einem besonderen Aufsatz in der Zeitschrift für bildende Kunst 1926/7 behandelt hat. Unbekannt war, soviel ich weiß, daß die verschiedentlich zitierte, durch die Beziehung zu Heinrich Heine berühmt gewordene Haggadahder Familie van Geldern (jetzt im Besitz von Dr. H. Frank in Köln) 1723 von demselben ,,Mose Juda, genannt Lob, Sohn des verstorbenen Benjamin Wolf Broda aus Trebitsch in Mähren“ geschrieben wurde, der 1717 die Haggadah der Frankfurter Ausstellung Nr. 135 geschrieben hat1. Das Sederbild der Familie am runden Tisch in der älteren Haggadah (abgebildet im Notizblatt der Gesellschaft, 1928, Nr. 22) stimmt mit dem der späteren Variante bis auf unwesentliche Einzelheiten überein. Es kann hier nicht jedes Stück genannt werden, das in dem reich illustrierten Werke abgebildet ist. In Bezug auf die Estherrollen möchte ich bemerken, daß die Existenz spanischer illustrierter Exemplare mir fraglich erscheint. Seitdem Dr. H. Frauberger einige nach Spanien lokalisiert hat, werden sie in der Literatur als solche geführt, jedoch ohne ausreichende Begründung. Es ist auch kaum anzunehmen, daß in Spanien im 16.—17. Jahrhundert noch eine hebräische Buchillustration geblüht haben soll. Rahel Wischnitzer-Bernstein. Zur Rassenkunde• Erich Kuttner, Pathologie des Rassenantisemitismus. Mit einem Vorwort von Ministerialrat Dr. Beyer. Berlin 1930, Philoverlag. 32 S., 0,50 Mk. Der Verfasser sieht in dem Antisemitismus eine Massenneurose, die er zu analysieren sich bemüht; dazu bedient er sich der Adlerschen Individual- Psychologie: er will die tieferen psychologischen Untergründe des Antisemitismus aufzeigen. Der Mensch mit Minderwertigkeitsgefühlen sucht sich über andere Menschen zu erheben, er klammert sich, da ihm die innere Sicherheit fehlt, an Aeußerlichkeiten. Die Niederlage von 1918 habe als Trauma gewirkt, die Eitelkeit der heute dem Antisemitismus zuneigenden Schichten gekränkt. Die Kränkung schlug um in Rassestolz und Haß, in Vergötterung der eigenen und Verachtung der anderen Rasse. Im Antisemitismus mischen sich in merkwürdiger Weise Verachtung der Juden und maßlose Ueberschätzung, die den Juden die Fähligkeit der Bestimmung der ganzen Welt zuschreibt; Spott und Angst greifen ineinander. Neben dieser Ambivalenz, die für die Neurose überhaupt charakteristisch ist, tritt die Feigheit sehr deutlich in die Erscheinung: kaum jemals bekennt sich der Rasseantisemit, wenn er angeklagt wird, zu seinen Taten. Die Bewegung wird geleitet von Führern, die sie zum Teil zur Befriedigung ihrer persönlichen Eitelkeit brauchen. Besonders betont wird die Verlogenheit der Angriffe auf die Juden, im allgemeinen bleibt von den Schmähungen und Beschimpfungen nicht viel übrig. Der Verfasser hat zweifellos einige wesentliche Motive des Antisemitismus aufgedeckt; ob er aber alle aufgezeigt hat und ob der Antisemitismus auf eine so einfache Formel zu bringen ist, ob er recht hat mit seiner Ueberzeugung, daß Bewußtmachen Beseitigen bedeutet, und daß wie bei der Individualneurose so auch bei der Massenneurose die Aufdeckung der seelischen Zusammenhänge Schwinden des Symptoms bedeutet, wird man bezweifeln müssen. Hans F. K. Günther, Rassekunde des jüdischen Volkes. Eine sachliche Dar- Stellung des Wesens des Judentums. Mit 305 Abbildungen und 6 Karten. München 1930, J. F. Lehmann. 352 S., 12,— Mk. 1 Aufenthaltsort dieser Haggadah ist im Katalog der Jubiläumsausstellung der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, der im ״Notizblatt“ der Gesellschaft Nr. 22 vom Jahre 1928 abgedruckt ist, nicht angegeben.

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