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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 312

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 4
Article
Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler in den Rheinlanden [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 312 (sequence 2)
Language
German
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ר 312 Veröffentlichung der Veranstalter der Schau1 ihren Niederschlag gefunden. Der geschichtliche Teil des Buches ist von A. Kober, der kunstgeschichtliche von E. Moses. Es ist eine Publikation des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz und es wendet sich als solche vornehmlich an ein Publikum, das mit der Problematik der jüdischen Kunstforschung nicht bekannt ist. Diesem Umstand, sowie der Natur des Materials, das nach topographischen Merkmalen zusammengestellt wurde, ist es zuzuschreiben, daß die Darstellung der Kult- und Kunstdenkmäler weniger der kunstvergleichenden Betrachtung, als der Beschreibung der einzelnen Ausstellungsstücke und deren Bestimmung gewidmet wurde. Von einer Kunsttopographie kann man hier übrigens nur mit Vorbehalt sprechen, denn die Ausstellung umfaßte außer Abbildungen von Bauten und lokalisierten Kunstdenkmälern auch solche, die ihre Zugehörigkeit zu den Rheinlanden nur dadurch dokumentieren, daß sie sich augenblicklich in rheinischem Besitz befinden. Man ist sich von vornherein klar, daß unter den gegebenen Voraus- Setzungen die systematisierende, katalogartige Bearbeitung die richtigere gewesen wäre. Der Wert der Publikation für den jüdischen Kunsthistoriker und interessierten Laien liegt hauptsächlich in den einzelnen unbekannten oder wenig bekannten Denkmälern, die sie unter zum großen Teil vielfach veröffentlichtem Material vorführt. Das Kapitel Architektur, das vornehmlich auf der interessanten Arbeit Richard Krautheimers über die mittelalterlichen Synagogen2 beruht, bringt z. B. eine Abbildung des romanischen Kellers im Plasmannschen Hause in Köln, der, wie vermutet wird, eine ehemalige Mikwe ist. Interessant sind die Bilder der abgebrochenen Synagogen aus dem 18. und dem Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutz, Düsseldorf, sowie der bestehenden in Cleve, deren klassizistische Nüchternheit wir heute als wohltuend empfinden. Ich kann der Verfasserin in ihrer historisierenden Duldsamkeit jedoch nicht Folge leisten, wenn sie die ,,maurischen“ Synagogen so milde beurteilt; auch erscheint uns heute die von Professor Edmund Körner 1908—1913 geschaffene Neue Synagoge in Essen als kein so überaus glücklicher Abschluß der Synagogenbautätigkeit in den Rheinlanden. Ebensowenig läßt sich die Wahl des Chanukkaleuchters als glücklich bezeichnen, dessen Bild das Kapitel Architektur abschließt. Das Zinngerät in Form eines Klubsessels aus dem 19. Jahrhundert gehört in ein Museum der Geschmacksverirrungen, und sollte mit mehr Nachdruck als solche gekennzeichnet werden. Was den historischen Exkurs betrifft, so ist es nicht ohne weiteres richtig, daß ״der Aron schon in der Antike an der Ostwand stand“. Zu einem fixierten Standort und dazu an der Ostwand gelangte er nach einer längeren Entwicklung, worüber in der einschlägigen Literatur viel Material zu finden ist. Auch scheint mir das Verhältnis zur Kirche nicht ganz richtig gesehen zu sein, wenn gesagt wird: ״Im Mittelalter lag es nahe, die Apsis der christlichen Kirche zur Aronnische umzugestalten“. Wir haben Apsiden in Synagogen schon viel früher, und es ist durchaus nicht geklärt, ob sie zuerst in den Kirchen oder in den Synagogen auftreten. Das Kapitel ״Ausstattung und Kultgeräte der Synagoge“ bringt manches unveröffentlichte Stück, wenn auch die sich auf Gerät und illuminierte Hand- Schriften beziehende Literatur sehr unvollständig angegeben ist. Die Zitierung der MGWJ unter der Abkürzung M. S. ist nicht üblich und unverständlich. Der Aufsatz von Peter Metz heißt nicht ״Ein Gang durch das Museum jüdischer Altertümer in Magen za“, sondern ״Ein Gang durch das Museum jüdischer Altertümer“. Magenza ist der Titel der Publikation, in der der Aufsatz erschienen ist. Sie ist übrigens mit Jahresangabe' (1927) erschienen. Sehr interessant sind die Bilder aus der Kölner Mischne Tora-Handschrift des Maimonides aus der Akademie der Wissenschaften in Budapest, deren 1 Aus der Geschichte der Juden im Rheinland. Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler. Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Druck und Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1931, Heft 1. Mit zahlreichen Abbildungen. 2 Richard Krautheimer, Mittelalterliche Synagogen, 1927.

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