Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 292

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 4
Article
Die Ossuarien in Palästina
Date
1931-01-01
Page
Seite 292 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829975-2829980-2836922--50610-2837014
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

292 Damit vergleiche man die Wiedergabe Dalmans, Tafel XL, Nr. 3 der Z. D. P. V. 1914. So hat denn anch Sam. Klein in seinem Jüdisch-Palästinischen Corpus inscriptionum 1920, S. 56 entschieden für נוח נפש. Dieser Gruß ,,Ruhe seiner Seele!" ist auch sonst auf Inschriften bezeugt. III• Der Schmuck auf Ossuaricn, Der für die Ossuarien durchgängig verwandte Stein ist der sogenannte qa'qüle, Kalkstein. Er eignet sich nicht für Bauten, da der poröse Kalk dem Mörtel die Bindungsmasse entzieht. Auch Verputz würde nicht haften. Dagegen hält er sich in den trockenen Höhlen des warmen Klimas, und zwar so ausgezeichnet,, daß er heute noch wie neu aussieht. Die Wände der Kästen und die Deckel sind meist glatt, manchmal reliefartig eingeschnitten, oft ornamental verziert durch Einritzen und Einkerben. Nach den konstatierten Farbresten ist anzunehmen, daß die Flächen rot bemalt waren, (F. de Saulcy: Voyage en terre Sainte 1865 S. 367. C. Schick, Leipz. Illustr. Zeitg., 15. Dez. 1866.) Die Steinmetzen wandten im allgemeinen keine hohe Kunst an, sie arbeiteten offenbar nach Vorlagen und Schablonen ohne eigene Inventionen. Denn der Schmuck ist außer verschiedenen Ausnahmen von einer gewissen Gleichförmigkeit. Häufig kehren kreisförmige Figuren, mit dem Zirkel geschlagen, wieder: konzentrische Kreise, sechs- und mehrstrahlige Sternblumen, Rosetten in Kerbschnitt, halbkreisförmige Ausfüllungen. Daneben geradlinige und bogenverschlungene Ornamente an den Rändern, stilisierte -Pflanzen in den Flächen. (Abb. 7 siehe Beilage.) Als Ausnahmen heben sich hervor: Das hieratische Symbol des Kantharus, Palmzweige, Kolonnaden. Ein Ossuar zeigt zwischen Rosetten ein Gebäude, dessen Flügeltüren beiderseits geöffnet sind, mit vier Fenstern und abgerundetem Dach. (Clermont-Ganneau im 11. Bd. der Archives des missions scientifiques et litt£raires. Paris 1885, S. 220, Nr. 78.) — Irgendwelche Darstellungen von Menschen oder Tiergestalten finden sich nicht. Interessant sind die in Steinrelief nachgeahmten Griffringe, die eigentlich nur als bewegliche Ringe Sinn haben. Solche kommen an römischen und orientalischen Sarkophagen vor, bisweilen mit dem Löwenkopf. Hier scheint ein Einfluß von seiten hellenistischer Sarkophagkunst vorzuliegen. Man sieht in der Abb. 8 (s. Beilage) die Nachahmung der Klammem, die zum Halten der Ringe dienten, wenn sie sich bewegen könnten. Der Löwenkopf in Bronze ist ebenso wie das Ossuar im Dormitiokloster zu Jerusalem aufbewahrt. Das Jüdische Schulwesen in Polen. Von Dr. Arieh Tartakower Dozent am Institut für die Wissenschaft des Judentums in Warschau. Im Kulturleben des polnischen Judentums stellt das fast ganz in den letzten Jahren (ungefähr seit dem Weltkrieg) ausgebaute eigene Schulwesen sicherlich eine der bedeutendsten, vielleicht auch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.