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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 4
Article
Die Ossuarien in Palästina
Date
1931-01-01
Page
Seite 287 (sequence 2)
Language
German
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287 auf seiner Voyage en Terre Sainte einige Ossuariexi in den Grabhöhlen von Qbü el Molük fand, sie hätten Kostbarkeiten enthalten und seien als Schmuckkästen den Toten in die Gräber mitgegeben worden. Indes machte Baurat Schick neue Funde und veröffentlichte sie in der Lpz. Illustr. Zeitung 1866. Dort berichtete er, eine Viertel stunde nordwestlich von Jerusalem sei in einem Weinberg ein Araber beim Bearbeiten des Bodens auf eine Felsöffnung gestoßen; nach Entfernung des vor ihr ruhenden Steines habe er eine Höhle, d. h. ein Grab, mit Steinkisten entdeckt. Die Hoffnungen des arabischen Besitzers, auf wohlverwahrte Schätze gestoßen zu sein, wurden arg enttäuscht, — denn es fanden sich nur Totengebeine in den Kästen! Schick selbst fand in der Grabkammer 20 der Kästen in Nischen (״Schiebgräbern“) ohne Ordnung stehen. (Der kleine war 16X 8 Zoll, 10 Zoll hoch; der größte 2 Schuh 4 Zoll lang, 11% Zoll breit, 19% Zoll hoch. Die Vorderflächen waren z. T. rot angestrichen, und zwar vor Eingravieren der Verzierungen.) Außer Gebeinen fanden sich in einigen wirklich Kostbarkeiten, nämlich dünne, längliche Phiolen aus grünlichem Glase, sogenannte Tränenfläschchen. Sie waren zur Aufnahme von Salben bestimmt. Der erste Entdecker äußerte gegenüber Baurat Schick, indem er ihm seinen Weinberg zum Kauf anbot, daß er mehr solcher Grabhöhlen kenne, in denen sich Steinkisten befänden. Daher setzte man die Nachforschung fort und konnte die Zahl der Funde bald vergroßem. Es war eine angenehme Ueberraschung, auch eingeritzte Buchstaben auf manchen Ossuarien zu entdecken. Da waren einige Namen, einige unverständliche, manchmal unleserliche Buchstaben, mit ungelenker Hand auf die Steinwände geschrieben. Damals hatte Auguste Parent in Paris eine wertvolle orientalische Antiquitätensammlung begründet und für diese 8 von den Steinkästen erworben, die in Qbü el Molük gefunden waren, und zwar zwei mit bilinguen Inschriften. Auf dem einen stand: (Vorderseite): IQCHÜOC IßCHIIOC (Rand): 1S2CHII0C IAQP0Y Auf dem andern: ÜTOAMA und: (Abb. 3) Man hatte Muße, den der Wissenschaft damit aufgegebenen Problemen nachzugehen; auf dem richtigen Wege der Lösung nahekommend, durfte man sich der Bereicherung freuen, die der Archäologie zunächst zuteil wurde. Bald aber konnte man auch erkennen, daß die Entdeckung der Ossuarien viel weitere Aufgabenkreise aufschließen mußte. Es ist nur bedauerlich, daß die

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