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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 286

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 4
Article
Von der Holbeinbibel zur Amsterdamer Haggadah
Date
1931-01-01
Page
Seite 286 (sequence 22)
Language
German
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286 ben David, den Setzer Josef ben Salomo aus Falkenstein, den Drucker, den jungen Schema ja ben Benjamin Engelsch aus Amsterdam/' Der Amsterdamer Haggadah von 1765, die den Merianschen Bilderkreis in den Holzschnitt übertragen aufweist, sind Holzschnitthaggaden mit stark verkleinerten und schematisierten Bildern desselben Bilderzyklus zeitlich vorangegangen, wie die Offenbacher, die Fürther und andere. Jede gibt den Bilderkreis nur teilweise wieder. Diese Drucke bieten derartige Abweichungen, daß man sie nicht mehr als Ausgaben der Amsterdamer Haggadah betrachten kann. Sie gehören in eine Darstellung der volkskunstmäßigen Abwandlungen der Amsterdamer Haggadah, die im 18. Jht. in verschiedenen Varianten aufgetreten sind. Die Ossaarien in Palästina. Von Prof. D. Schütz in Kiel. 1• Entdeckung und Verwendungszweck. Vor kurzem ist die Aufmerksamkeit der biblischen Forscher und auch der breiteren Oeffentlichkeit auf die Gebeinkästen‘ gelenkt worden, die in mehreren hundert Exemplaren in den Gräbern um die Stadt Jerusalem herum auf gefunden wurden. Den Anlaß dazu haben die Funde gegeben, die Herr Prof. Dr. Sukenik, der verdienstvolle Archäologe der hebräischen Universität von Jerusalem, in Felsengräbern am Oelberg gemacht hat. Seit etwa 70 Jahren schon werden solche Gebeinkästen, Ossuarien genannt, dem steinigen Boden des heiligen Landes, in dem sie ruhten, entrissen. Sie sind nicht nur für die biblische Wissenschaft und für die Inschriftenkunde von Bedeutung, sondern auch für die Kenntnis des jüdischen und christlichen Begräbniswesens hellenistischer Zeit; sie erzählen uns ein interessantes Stück der damaligen Bestattungssitten im Lande der Bibel, was durch den Talmud bestätigt und ergänzt wird. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts kamen in palästinischen Felsengräbern zumeist in der Nähe Jerusalems Kisten aus weißem Kalkstein zum Vorschein, ohne Inschriften, aber mehrere mit Verzierungen, mit Ornamenten aus Kerbschnitt versehen, einige auch mit Resten roter Farbe. Die zerbrochenen mußten mühsam zusammengesetzt werden. Abb. 1 (siehe Beilage) ist ein gut erhaltenes Exemplar aus dem Zionsmuseum der Benediktiner im Dormitiokloster zu Jerusalem. Die Größe der Ossuarien ist durchschnittlich diese: 50—80 cm lang, 20—30 cm breit, 30—40 cm hoch. Die Deckel, meist durch Fugen eingelassen und leicht abnehmbar, haben drei Formen: sie sind giebeldachförmig, gewölbt oder flach. (Abb. 2: siehe Beilage). Anfangs waren sich die Archäologen durchaus nicht klar darüber, was es eigentlich mit diesen Kästen auf sich hatte. Sarkophage konnten es nicht sein, dazu waren sie viel zu klein; als Urnen konnten sie auch nicht gedient haben, weil Spuren von Feuerbestattung nicht zu finden waren. So meinte de Säule y, der

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