Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Von der Holbeinbibel zur Amsterdamer Haggadah
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 4)
- Language
- German
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272 Fol. 12 recto Gesetzgebung 13 ״ recto Pessachlamm ,, 17 recto Blurrienvase 18 ״ recto David betend ,, 24 recto Tempel ,, 27 verso Y Karte Palästinas mit der Aufteilung des Landes unter 28 ״ recto y die Stämme. Hinter dem Titel stehen auf dem Titelblatt auf hebräisch die Worte : ״mit Beigabe des Zuges durch die Wüste bis zur Verteilung des Landes unter die Stämme und eines Bildes des Tempels. Gestochen von Abraham bar Jakob aus dem Geschlechte unseres Stammvaters Abraham“. Die hebräische Signatur des Abraham bar Jakob ist auch auf der Landkarte, am unteren Rande von fol. 27 verso, unter einer kleinen Jona-Szene zu lesen. Auf fol. 1 recto steht oberhalb der Holzschnitt- Vignette: Seder nach dem Minhag der Aschkenasim und Sefardim. In den darauffolgenden Zeilen finden wir eine Würdigung der beiden Bilddruckverfahren, des Holzschnittes und des Kupferstiches:, ,Früher, heißt es, wurden die Bilder in Holz geschnitten, was nicht so schön war, heute, wo die Bilder in Kupfer gestochen sind, sehen die Leute den Unterschied, er ist, wie zwischen Licht und Finsternis“. Diese Worte lassen sich so auf fassen, daß in der vorliegenden Ausgabe der Kupferstich zum ersten Mal in der Haggadahillustration verwendet wurde. Die Verwendung des Kupferstiches in hebräischen Drucken ist im allgemeinen älteren Datums. Das Titelportal der Amsterdamer Haggadah ist eine Variante von Titeleinfassungen in früheren Drucken. Der Sefer Nizzächön des Lipmann Mühlhausen, ein Altdorfer Druck von 1644, enthält schon ein Titelkupfer1, die 1679 in Amsterdam von Ury Feibusch b. Aaron ha-Lewi gedruckte Bibel mit jüd. deutscher Uebersetzung1 enthält ebenfalls ein Titelkupfer. Beide sind mit dem der Amsterdamer Haggadah verwandt und gehen auf die gleiche Qüelle zurück. Der Seder Berachot (Orden de Bendiciones), ein Amsterdamer Druck von Albertus Magnus, 1687, trägt auf dem Titelkupfer auch, die Initialen des Stechers B. G. Nach Alb. Wolf2 ist das der Jude Benjamin senior Godihes3. Daß Abraham bar Jakob, der sich als Stecher des Tempels und der palästinensischen Karte ausweist (vielleicht hat er auch die übrigen Bilder gestochen, ohne dies ausdrücklich zu erwähnen), Jude von Geburt war, wird von Wolf wegen der eigentümlichen Redewendung ״aus dem Geschlechte unseres Stammvaters Abraham“ bezweifelt. Er hält ihn für einen Proselyten. Im Buchgewerbe sehen ' wir tatsächlich verschiedentlich Proselyten in dieser Zeit4. Ob allerdings, wie Wolf entgegengehalten werden kann5, ein Proselyt nicht Sohn des Abraham hätte heißen müssen, bleibe nicht unerwähnt. Unser Abraham nennt sich Sohn des Jakob. Wenden wir uns nun dem Bilderkreis der Amsterdamer Haggadah 1 Abb. Jewreiskaja Encyclopaedia, B. 14, Art. Typographie, russisch. 2 op. cit. S. 57. 3 Abb. Jüd. Lexikon, B. 1, Art. Beracha. 4 Vgl. Artikel Druckwesen von I. Sonne in der Encyclopaedia Judaica, B. 6. 5 Diese Einwendung verdanke ich Herrn Jeh. Gutmann.