Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Von der Holbeinbibel zur Amsterdamer Haggadah
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 1)
- Language
- German
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269 Von der Holbeinbibel zur Amsterdamer Haggadah* Von Rahel Wischnitzer-Bernstein. Die Haggadahbilddrucke haben bis jetzt im Gegensatz zu den Haggadahbilderhandschriften keine eingehendere kunstgeschichtliche Würdigung erfahren. Jul. v. Schlosser widmet ihnen in der ,,Haggadah von Sarajewo“, 1898, wenig Raum und beschränkt sich auf eine flüchtige Charakterisierung einiger Illustrationstypen, die er aus zwei Prager, zwei Mantuaner und einem Amsterdamer Druck kannte. Die 1902 erschienene Bibliographie der Osterhaggadah von S. Wiener zeigte, daß die Zahl der Haggadahbilddrucke sehr ansehnlich ist. Diese Zahl wurde durch die in den bibliographischen Veröffentlichungen von A. Freimann, Weinberg, Löwenstein, hauptsächlich in der Zeitschrift für hebräische Bibliographie und im Jahrbuch der jüd.-liter. Gesellschaft verstreuten Nachrichten und zuletzt durch die 1930 in Jerusalem erschienene Bibliographie der Haggadah ״Konteres hahagadot“ von Abr. Jari noch um einiges ergänzt. Die kunstgeschichtliche Behandlung hielt anfangs mit der bibliographischen Erfassung nicht Schritt. Außer Alb. Wolf1, der sich mit dem Stecher der Amsterdamer Haggadah von 1695 befaßte, widmeten die Forscher der Illustration der Haggadahdrucke nur allgemein gehaltene Ausführungen, deren Wert mehr in den Bilderbeigaben liegt. Dieser Art sind die Beiträge von Th. Zlocisti2 mit vielen Bildern aus der Mantuaner Haggadah und von H. Frauberger3 mit. Bildern aus der Mantuaner, Venezianer und einer Variante der Amsterdamer Haggadah. Eine Auswahl von Bildern aus Haggadahdrucken mit wenigen, aber, verläßlichen Daten, brachte Hugo Herrmann4. Die von Karl Schwarz herausgegebene Jüd. Bücherei veröffentlichte 1922 Bilderfolgen aus der Prager, der Mantuaner und der Amsterdamer Haggadah5. Gegenüber der Angabe im Begleittext sei bemerkt, daß die Bilder der Amsterdamer Haggadah nicht der Weselschen Ausgabe von 1695, sondern der bei Salomo Proops in Amsterdam 1712 erschienenen Ausgabe entnommen sind, deren Bilderkreis sich von. der älteren Ausgabe durch einiges unterscheidet. Bilder aus illustrierten Haggaden, besonders des 18. Jahrhunderts findet man bei Erich Toeplitz in den Notizblättern der Ges. z. Erforsch, j. Kunstdenkmäler, 1925, 1928 und der Menorah, 1925. Wichtige Anregungen brachten die Veröffentlichungen der Soncino-Gesellschaft: der Aufsatz von Ernst Weil ,,Venezianische Haggadahholzschnitte aus dem 15. Jahrhundert6“ und die Faksimile- Ausgabe der fragmentarischen Haggadah mit Holzschnitten des Theological Seminary, New York7. Beide Veröffentlichungen, die erste allerdings vorausgesetzt, daß die venezianischen Holzschnitte 1 Mitt. f. jüd. Volkskunde, 1902, Heft 9. 2 Ost und West, 1904. 3 Mitt. d. Ges. z. Erforsch, jüd. Kunstdenkmäler, 1909, 5/6. 4 Chad Gadja, 1914. 5 Heft 3, 4 und 5. 6 Soncino-Blätter, 1925. 7 Publikation 7, 1927.