Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die wissenschaftliche Talmudpflege der neueren Zeit [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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268 schon seit einiger Zeit fertig vor. Nun ist die Tossephta in Arbeit. Auch diese ist ziemlich fortgeschritten. Ueber 20 Quartbogen sind bereits ausgedruckt. Inneres System und äußere Form sind uns von der Mischna her bekannt. Wir kommen auf dieses sehr wichtige Werk später noch zurück. Mit einer eigenen Art von encyclopädischer Arbeit versucht sich jetzt Rabbi E. N. Poruseh-Glikmann aus Jerusalem. Die Talmudworte werden nach eigenen Kategorien geordnet und innerlich alphabetisch aneinandergereiht. Die erste Kategorie ist den im Talmud zitierten Bibelversen gewidmet. Hier ist die Anordnung von der Bibel aus gegeben. Darauf folgt die Gruppe hermeneutischer Sätze. Dann kommt noch eine stattliche Reihe von anderen Gruppen, die zum Gebiet der Halacha und Agada gehören. Ein Namenregister/der ebenfalls aus mehreren Abteilungen besteht, schließt das Buch ab. Diese großangelegte Registrierung des babylonischen Talmuds baut sich aber nicht encyclopädisch aus dem Material des ganzen Talmud auf, sondern soll traktatweise erscheinen. Vor der Hand liegt der erste Traktat (Berachot) vor. Inwiefern sich die Energie des Verfassers in der Brauchbarkeit des Werkes auswirken wird, ist nicht leicht zu sagen. Es hängt vieT davon ab, ob und inwiefern es dem Verfasser gelingen wird, die Kategorien in den späteren Traktaten einfacher und übersichtlicher zu gestalten. Die talmudische Methodologie ist durch zwei kleinere Schriften vertreten. Dr. Simon Schlesinger veröffentlichte in der ,,Schriftenreihe des Bundes jüdischer Akademiker", Heft 5, ,,Beiträge zur talmudischen Methodologie/' (Berlin 1927), Es werden hier zwei Punkte behandelt: a) Stilistische Symmetrie und Harmonie, eine nicht unwichtige Frage. Von ihr ist zu einem guten Teil der talmudische Stil bedingt. Der zweite Punkt hat die für die talmudische Stilistik ebenfalls in Betracht kommende Wendung כדי נסבה zum Gegenstand. Die Ausführungen des Verfassers sind durch reiche Belegstellen begründet und verdienen besondere Beachtung. Die zweite Arbeit stammt von Ed. Biberfeld und führt die Ueberschrift ״B e i t r ä g e zur. Methodologie d e r halachischen Pentateuchexegese" (Berlin 1928). Sie besteht aus einer Einleitung, die von der prinzipiellen Stellung des Talmuds zu exegetischen Deduktionen spricht/ und aus einer eingehenden Entwickelung des Ausdrucks ,,Mischmä", durchgeführt im Zusammenhang mit den hierzu gehörigen hermeneutischeh Auseinandersetzungen.