Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 3)
- Language
- German
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239 Mohr (Paul Siebeck), 96—101. Lieferung, Schleswig Holstein — Stattler. Haltung und Mitarbeiter sind in der Hauptsache die gleichen geblieben: nur sind auch hier für manche Beiträge, wie Sexualpädagogik und Selbstmord, besonders zuständige Gelehrte herangezogen worden. Stellenweise, etwa bei den Beiträgen Seele und Seelenwanderung, hat man den Eindruck absichtlich knapper Fassung; aber Beitragsgruppen wie Sittlichkeit (einschließlich eines Abschnitts ״Jüdische Sittlichkeit“ von Baeck), Sozialdemokratie und Sozialismus sind recht ausführlich und belehrend. S. 453 liest man, daß es in Griechenland ״im Grunde genommen eine sexuelle Moral überhaupt nicht gibt“; nach S. 511 wird im Sabbatgebot des Dekalogs, das bekanntlich die Arbeit für Mensch und Tier verbietet, ,,der Sklave dem Vieh beigezählt“; der zweifellos vorhandene Wille zur Objektivität stößt also auch hier auf einige Hemmungen. Georg Rosen, Juden und Phönizier, das antike Judentum als Missionsreligion und die Entstehung der jüdischen Diaspora, neu bearbeitet und erweitert von Friedrich Rosen und Georg Bertram, Tübingen 1929, Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 185 S. Der von Georg Rosen aufgestellte, nach seinem. Tode von seinem Sohne Friedrich Rosen und Georg Bertram durchgeführte Grundgedanke des Buches ist, daß die Phönizier infolge der Werbearbeit der Juden in der jüdischen Gemeinschaft aufgegangen sind. Die Verfasser zeigen insbesondere, daß die Verwandtschaft der Sprache und mancher Vorstellungen, aber auch die Zerstreuung beider Völker über die ganze Weite des römischen Reiches dem — durch die Septuaginta hellenisierten und universalistisch umgebildeten — Judentum die Werbearbeit gerade unter den Phöniziern erleichterten. Wenn sich auch natürlich der zahlenmäßige Anteil der Phönizier am Proselytentum schwer erweisen läßt, so ist doch die Anschauung der Verfasser zweifellos ernst zu nehmen; sie findet an der Vermutung phönizischen Einflusses auf das jüdische Gelübdewesen (Heinemann, Phiions griechische und jüdische Bildung 95 f.) eine gewisse Stütze. Protokoll der Sitzung des Vorstandes der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, vom Dienstag, dem 5. Mai 1931, %12 Uhr, bei Herrn Professor Sobernheim, Berlin W. 8. Anwesend : Elbogen, Karger, Sobernheim, Weil. Ferner : Herr Dr. Felix Kauffmann, Frankfurt a. M. Entschuldigt : Baeck, Mittwoch. Sobernheim eröffnet die Sitzung um %12 Uhr. 1. Er teilt mit, daß Herr Professor Krauß, Wien, der von der Haupt- Versammlung der Gesellschaft am 25. Februar d. J. in den Ausschuß zugewählt wurde, die Wahl angenommen hat. Herr Dr. Torczyner hat bereits seine Zustimmung erklärt. 2. Der Verlag des Kunstgeschichtlichen Seminars in Marburg hat der Gesellschaft einen Prospekt über das demnächst bei ihm erscheinende Katalogwerk ,,Religiöse Kunst in Hessen und Nassau“ gesandt. Das Werk enthält, eine umfassende Abteilung ,, Judaica“ mit über 60 Abbildungen von Dr. Rudolf Hallo. Der Verlag bietet der Gesellschaft für ihre Mitglieder das ganze Werk, das in 3 Bänden erschienen ist und über 300 Abbildungen, sowie einen von zehn verschiedenen Autoren bearbeiteten Textteil enthält, zum Subskriptionspreis von 80.— Mk. anstatt 150.— Mk. Verkaufspreis an und den Sonderdruck ,,Judaica“ für 10.— bis 15.— Mk. Der Sonderdruck würde nur bei genügender Beteiligung hergestellt werden. Da die Gesellschaft in Bezug auf den Ankauf des Sonderdruckes seitens ihrer Mitglieder keine Verpachtungen eingehen kann, wird beschlossen, dem Verlag anheim zu stellen, sich zwecks Beilage einer Bestellkarte in der Monatsschrift an den Verlag J. Kauffmann in Frankfurt a. M. zu wenden. 3. Den Mitgliedern der Gesellschaft, die die Monatsschrift nicht zu erhalten wünschen, wurde zugesagt, daß sie die ersten Lieferungen der Arbeit