Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erwiderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 5)
- Language
- German
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208 geschah bei Anlaß der Heimführung einer Braut d7rb Nadaßad, der Tochter eines der angesehensten kanaani tischen Großen (V. 37). Wo gab es Kanaaniten (Xavdav) in der Makkabäerzeit in Palästina? Gewiß sind nicht die Urbewohner, die einst das ganze Land innehatten, bezw. deren späte Nachkommen gemeint, sondern eine bestimmte Schicht der Bewohnerschaft des Landes zur Zeit der ersten Makkabäerkämpfe. Es kann daher kein Zweifel darüber sein, daß כנען hier, wie schon Jes 23n Phönizier bedeutet, ja, daß unsere Stelle mit der Hervorhebung des ,,Vornehmen der Kanaaniter"f geradezu auf jene Jesajastelle anspielt, wo V. 8 מעניה נכבדי אלץ genannt werden. Das kanaanitische Gebiet zur Zeit der Makkabäer war die phönikische Küste bis an Jaffa und das dazugehörige Gebiet landeinwärts1. Hier ist Nadaßad zu suchen. An Varianten findet man außer?Naßadaft'— raßadav; Jos. Ant. XIII 1, 4 Naßa&a. Diese Schreibungen sind von mehrfacher Seite beeinflußt: 1. von Mrjdaßa, das in gleichem Zusammenhänge erscheint (s. oben); 2. von Naßaraious in I Makk. 935 (wo die Nabathäer gemeint sind); 3. muß daran gedacht werden, daß der Urtext des Makkabäerbuches hebräisch oder aramäisch war, es daher leicht begreiflich ist, wenn statt נ am Anfang des Namens ein .5 geschrieben oder verlesen wurde; ebenso leicht konnte ein hebr. ל in ד verschrieben oder verlesen werden. Die obigen Varianten sind dann so zu erklären: a) NadaßaS נדבת, richtig: נ רב ת b) Naßada& נבלת ״ ,נכדת ־=־ aus נלבת c) raßadav נ1ל]בתן ״?גבתן ־־ Es handelt sich um נלבת Narbatt(a) oder Narbathon2 (נלבתץ). Die. Fehlschreibungen נדבת und גלבד ־=־) נדו1ד) kennen wir .auch aus mischnischen Texten3. Ist die Erklärung des Namens, wie oben dargelegt richtig — zu meiner Freude sehe ich, daß auch Schiatter4 ihn so interpretiert hat —, so erfährt man zugleich aus I Makk 935 ff., daß in der vormakkabäischen Zeit die Bevölkerung in Narbatta (es ist wohl die Stadt gemeint) jedenfalls nicht rein jüdisch war. Dies bestätigt gleichzeitig die Richtigkeit der Angabe und unserer Erklärung der Stelle I Makk 1 Eschumnazar rühmt sich, er habe vom Großkönig bekommen ״D 0 r und J a f e, prächtige. Länder des Getreides, die im Gefilde Scharons“ (Inschr. Zeile 19). 2 MGWJ 1930, 372. 8 Ebd. 373 Anm. 3. 4 Die hebräischen Namen bei Josephus, S. 119. Er bemerkt freilich nichts zur Lage des Ortes.