Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die jüdische Siedelung in Samaria
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 2)
- Language
- German
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192 Bei Graetz (III, 562, vierte Aufl.) ist gerade dieser Wortlaut abgedruckt, und Graetz scheint mit ihm gut ausgekommen zu sein. Dagegen haben die ״gangbaren“ Ausgaben שומרון JTW אחידת, und Klein übersetzt demzufolge: ״Am 25. (Marcheschwan) die Eroberung der Mauer von Schomron“. Warum wird gerade die Eroberung der Mauer berichtet? Wäre es nicht einfacher,, zu berichten, die Stadt Schomron wurde erobert? Natürlich, nachdem vorher die Mauer genommen oder niedergerissen wurde. Eine solche Ausdrucksweise wird man sonst in dem allerdings kleinen Texte der Megillat Taanit nicht nachweisen können. Nehmen wir die paar ähnlichen Fälle: Am 7. Ijjar die Einweihung der Mauer Jerusalems. Da ist ״Mauer“ am Platze. Am 17. Sivan ״Eroberung“ (? s. weiter unten) des Stratonturmes1. Da gehört ״Turm“ zum Namen des Ortes. Am 7. Elul die Einweihung der Mauer Jerusalems (vgl. oben). Am 16. Adar begann man die Mauer Jerusalems zu bauen. Wiederum ist hMauer“, und nur dieses, am Platze; aber warum sollte bei einer. Er oberung, wie der der Stadt Samaria, just von der Mauer gesprochen werden? Und nun noch eine Frage: Dreimal steht, wie angeführt worden, in diesem, wie gesagt, g a n z kleinen Texte der Ausdruck ״ שור ירזשלםMauer Jerusalems“, immer שור in stat. constr. der männlichen Form des Wortes; wie kommt es, daß gerade in dem uns beschäftigenden Berichte ״ שורת שומרוןMauer Schomrons“ mit שורה in stat. constr. in weiblicher Form ausgedrückt sein soll? Klein und seine Vorgänger haben sich diese Frage nicht vorgelegt. שור stat. emphat. שורא ist durchaus nur männlich! Nur wegen einer Stelle (Targum II Chron 325) ist Levy, Chald. Wb. II, 464 gezwungen, zu bemerken: ״Selten fern.“, einer Stelle, wo das Beiwort wahrscheinlich verderbt ist. So ist dasselbe Wort männlich auch im Syrischen (s. P. Smith, Thes. Syr. col. 4105), und daraus im Arabischen. Ebenso verfehlt ist es meiner Ansicht nach, das aramäische Wort אחידה unseres Textes mit ״Eroberung“ zu übersetzen. ״Erobem“ wird im Aramäischen, und danach auch in der Mischnaspräche, mit כבש ausgedrückt; dies ist die gewöhnliche targumische Entsprechung2 von hebr. לכד. Dagegen ist aram. אחד die Entsprechung von hebr. אחו, wie es auch die Lautgesetze mit sich bringen. Schon in REJ a. O. habe ich bemerkt, daß manchmal auch hebr. ״ אחוfesthalten“, ״verriegeln“, ״verschließen“ bedeutet. Beispiele: Ps 775 ״Du hast meine Augenlider festgehalten“. ״Verriegeln“ s. Neh 73. ״Versperren“ Hiob 269. Alle diese Beispiele stehen schon bei Gesenius (16. Aufl.) bzw. bei Ben Jehuda, Thesaurus S. 148. Das geht auf assyr. ahazu zurück. Beispiele gibt es auch im Hebräisch der Mischna und Äggada, denn מעונן וה האוחו את העיבים b. Sanh.• 65b (vgl. j. Sanh. VII g. E. 25d) ist nach einer bei Levy, 1 Statt צור muß hier שוד oder שר gelesen werden, wie Graetz und andre richtig gesehen haben. Vgl. auch REJ a. O. und Zeitlin in JQR NS 10 (1920) 263. אדדדת מנדל שור an dieser Stelle heißt auch nur ״Einschließung“ des Stratonturmes durch die Neugründung von Güsarea, in welches, wie im Scholion ausdrücklich gesagt wird, Juden gesetzt wurden, um jenes zu paralysieren. Hier gebraucht der Scholiast allerdings das Wort כבש, aber das braucht nicht die Uebersetzung von אחידה zu sein. 2 E. Brederek, Konkordanz zum Targum Onkelos, S. 60.