Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Reste neuplatonischer Spekulation in der Mystik der deutschen Chassidim und ihre Vermittlung durch Abraham bar Chija
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 20)
- Language
- German
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191 unter dem A. b. Ch. fast stets zitiert wurde. In einer Hs. der Tossaphoth zur Thora wird der Name החכם צח ויישור geschrieben l1 Die Notiz בס׳ צח ואשור in Ps.-Saadja bedeutet also nichts anderes als ,,Das Buch des Polizeipräsidenten“, d. h. eben die מגלת המגלה, die also dieser späte Kompilator durchaus noch als Quelle dieser Spekulationen kannte. Daß sie schon vor ihm eingedrungen sind, geht ja aus unserer Untersuchung deutlich hervor. Der Text der Baraitha des Josef ben Usiel und die von Elasar von Worms gelesene erweiterte Jezirarezension, in denen diese Vorstellungen schon benutzt waren, sind ja älter als Ps.-Saadja (der die Baraitha schon kommentierte). Da Juda der Fromme selbst noch nichts von ihnen gewußt zu haben scheint, sind sie offenbar direkt von Westen her zu seinen rheinischen Zeitgenossen gedrungen. Merkwürdig ist auch, daß der Kompilator des Ps.-Saadja nur die Reihe der Welten selbst auf A. b. Ch. zurückführt, die doch ebenfalls auf ihn zurückgehende Erklärung aber auf den angeblichen Saadja. Hieraus möchte ich folgern, daß er die מגלת המגלה nur indirekt kannte und schon nicht mehr selber gelesen hat. Wer zuerst in den Kreisen der deutschen Chassidim bei der Lektüre von A. b. Ch.s Werk diese Ideen übernommen und mit anderen Vorstellungen dieses Kreises, wie der Cherubmystik, verbunden hat, wird uns wohl unbekannt bleiben, ist aber auch im Verhältnis zu dem hier aufgeklärten Sachverhalt selbst von geringer Bedeutung. Zur Landeskunde Palästinas. 1. Die jüdische Siedelung in Samaria (Sebaste). Von Samuel Krauß in Wien. I. In dem Aufsatze ,,Narbatta und die jüdischen Siedlungen westlich von Samaria“ von Samuel Klein in MGWJ 74. Jg: 369 ff. wird einer Stelle in der ,,Fastenrolle“ (Megillat Taanit c. 8 zum 25. Marcheschwan) eine Interpretation gegeben, die ich zu meinem Bedauern nicht unwidersprochen lassen kann. Die geographischen Folgerungen Kleins lasse ich hierbei unberührt; im Nachfolgenden versuche ich dem alten Texte eine mehr annehmbare Erklärung zu geben, dieselbe, die ich übrigens auch schon in REJ Bd. 71, 162 ff. vertreten habe2. Vor allem eine Bemerkung zum Texte selbst. Klein zitiert ,,nach dem gangbaren Text“ einer Ausgabe (vereint mit Seder Olam Rabba und Seder Olam Zuta) Prag 5555 (1795). Er operiert zwar auch mit der ed. Neubauer, Mediaeval Jew. Chronicles II, 13 Z. 12—15, nicht aber mit den Varianten, die dort angegeben sind; vielleicht darum, weil J. Derenbourg die in Betracht kommende LA abgelehnt hat. In ed. princeps lautet nämlich der erste Satz (d. i. Megillat Taanit selbst, ohne Schoiion) wie folgt:בעסרין והמשא מה אחידת שומרון שורא. 1 J. Guttmanns Einleitung S. XXIII. Die allmähliche Korruption des Wortes wird aus den dort von ihm mitgeteilten Stellen sehr deutlich/ 2 Klein hat darauf nicht verwiesen; offenbar blieb ihm der Artikel unbekannt. Ich vermisse auch eine Beziehung auf Joel Müller in MGWJ 24,140.