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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Neue jiddische Literatur [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 172 (sequence 12)
Language
German
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172 Dr. J. Schatzky, ,,Spinoza und seine Umgebung" (ספינאזא און זיין סביבה New York 1927, 334 S. in 80)1. Verf. gibt hier die Biographie von Spinoza und will seine Philosophie in einem speziellen Werk behandeln. Von besonderem Wert ist die am Schluß des Buches zusammengestellte kritische Uebersicht der Spinozaliteratur. Reste nettplatonischer Spekulation in der Mystik der deutschen Chassidim und ihre Vermittlung durch Abraham bar Chija. Von Gerhard Scholem in Jerusalem. Zu den dunkelsten Gebieten in der Religionsgeschichte des mittelalterlichen Judentums gehört der sogenannte deutsche Chassidismus des 12. Jahrhunderts. Man hat vor allem die asketische Morallehre dieser Bewegung, wie sie aus ihren Hauptschriften spricht, betrachtet (so besonders Güdemann und Simchoni)2, aber ihre übrigen theologischen und kosmologischen Anschauungen, in denen sich die verschiedensten Einflüsse überkreuzt und zum Teil in sonderbarer Weise entwickelt haben, sind noch unaufgeklärt, genau so wie die schwierige Frage nach den Beziehungen dieser Bewegung zur ,,sefardischen" Kabbala. Nur eine einzige Arbeit hat bisher diese Anschauungen und Beziehungen aufzuhellen versucht: Abraham Epsteins wichtiger hebräischer Aufsatz ,,Zur Geschichte der deutschen Kabbala"3, der auf dem Standpunkt steht, daß die mystische Theologie der spanischen Kabbala und die der deutschen Chassidim gänzlich beziehungslos seien. Die Spanier — und diese Meinung findet man seitdem oft wiederholt — verfolgen den Weg der Neuplatoniker. Die Deutschen aber sind in ihren Anschauungen von orientalischer Mythologie bestimmt. Freilich gelang es Epstein nicht, eine Antwort auf die Frage zu geben, wo denn so sonderbare Theologumena wie die von ihm zusammengestellten herstammen sollten, welche Art ,,orientalischer Mythologie" das sein solle, die in den rätselhaften Zusätzen zum Buch Jezira (die er im ersten Kapitel seines Aufsatzes aus vielen Quellen gesammelt hat) und in der Weltenspekulation dieser Kreise zum Ausdruck komme, und in der Tat sind diese Begriffe zu unscharf, und es bedarf genauerer Bestimmungen, um die im deutschen Chassidismus wirksam gewordenen Einflüsse zu erfassen. Ich habe schon in meinem Aufsatz ,,Zur Frage der Entstehung der Kabbala"4 Widerspruch gegen diese gang und gäbe gewordene unstatthafte Vereinfachung der tatsächlichen Verhältnisse erhoben, und will ihn in diesem Aufsatz für einen der entscheidenden Punkte begründen. Es soll hier nach- 1 Eine andere Ausgabe desselben Werkes ist 1929 in Warschau erschienen. 2 Güdemann, Geschichte des Erziehungswesens und der Kultur der Juden I, Kapitel 5—7, und J. N. Simchonis Arbeit über Juda Chassid in der הצפירה, Warschau 1917, Nr. 12—32. 3 In החוקר, Wien 1894, S. 1—11, 37—48. 4 Korrespondenzblatt der Akademie für die Wissenschaft des Judentums IX (1928), besonders S. 11 und 17.

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