Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Jelamdenu-Fragment
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 2)
- Language
- German
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136 um es dem Buchbinder zum Einbinden eines Buchs zu verkaufen. Vermuthlich sind sie Ueberbleibsel alter Jüdischer Bibliotheken, die einmahl in den dunklen Zeiten des Hasses gegen die Juden bey Plünderung ihrer Häuser in Hände gekommen sind, die sie nicht schätzten, noch zu gebrauchen wußten/' Andere Fragmente stammen aus zwei Mischne Thora-Hss., einer Tossafot-Hs. und Machsorim. Zu einem Fragment mit den מערבות vom Schlußfest hat H. Ewald in den ,,Nachrichten von der G. A. Universität und der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen" 1860 Nr. 21 eine ״Entdeckung" gemacht, die in den Nrn. 40 und 44 der Allgem. Ztg. des Jdtms. von J. Caro-Leipzig ad absurdum geführt ist. Das wichtigste dieser ״Wolfenbüttler Fragmente", das leider bei der Ablösung am meisten gelitten hat, ist ein zweispaltiges Doppelblatt, die Spalte mit 41—44 Zeilen. Die Schrift ist rabbinische Quadratschrift der französisch-deutschen Art und kommt der Schriftprobe Nr. 47 in JE VIII 310 am nächsten. Die Außenseiten der beiden Blätter, zwischen denen sich in der Hss. noch ein Bogen befunden haben muß, sind in besonders schlechtem Zustand und nur einzelne Zeilen beziehungsweise fortlaufende halbe Zeilen sind zu lesen. Auf der letzten Seite ist der Abklatsch von Noten zu er-r kennen; diese Außenseiten waren also bei der Benützung des Pergaments als Bucheinband nach innen gekehrt. Es kann darum hier nur der Inhalt der Innenseiten mitgeteilt werden und von der ersten Spalte der letzten Außenseite die erste Hälfte, soweit sie zu ent- Ziffern war. Es ist zu verwundern, daß Zünz, dem die Wolfenbüttler hebräischen Hss. bekannt waren1 und der auch von diesen Fragmenten wußte2, nicht auf dieses Fragment aufmerksam gemacht hat, das einen Midrasch Jelamdenu zu Dt 23 und 29 enthält. Das Fragment stammt wohl aus einer Midraschsammlung, worauf die Ausdrücke שאלה אחרת und ד״א schließen lassen. Unser Fragment hat zwei voll entwickelte Jelamdenu-Homilien, die mit der typischen Frage יל״ר beginnen, dann folgt die Antwort aus der tannaitischen Literatur und die Homilie schließt charakteristisch mit }3מניין ממה שקרינו בעייני. Diesen Schluß haben wir ferner bei einer weiteren Homilie, bei der die einleitende Frage und die haiachische Antwort fehlt4. Daneben bietet unser Fragment auch die andere Form der Tanhuma-Jelamdenu-Midraschim mit der Anknüpfungsformei 5 6זה שאמר הכתוב, einmal וה שאמר ישיעה*. Für וש״ה steht einmal 7בך פתחו רבותינו, in der Pärallelstelle zu diesem Midrasch in Tanh. B. jedoch die für die anonyme Anknüpfung gebräüchliche Formel 1ש״ה. 1 Vgl. GV2 497. 2 Der Umschlag mit den Bibel-Fragmenten hat die Aufschrift: ,,Nach Zunz alles gedruckt“ und die einzelnen Machsor-Fragmente: ,,Nach Zunz XV. Saec.“ 3 1. Bl. v. 1. Sp. Z. 5—2. Sp. ZV 3. 1. Bl. v. 2. Sp. Z. 4—3ל. 4 2. Bl. r. 1. Sp. Z. 17. 5 2. Bl. r. 1. Sp. Z. 18. 2. Bl. r. 2. Sp. Z. 20. 6 2. Bl. r. 1. Sp. Z. 30. 7 1. B1. v. 2. Sp. Z. 38. ,